LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Yannis Bastian und Sébastien Cayotte umrunden Luxemburg in zehn Tagen

Geschafft. In zehn Tagen haben Yannis Bastian und Sébastien Cayotte das Großherzogtum zu Fuß, zu Wasser und zu Rad umrundet. „Ich fühle mich eigentlich ganz gut“, berichtet Yannis und erklärt, „ich dachte aber kurz, es wird wegen den unzähligen Blasen an den Füßen nicht klappen.“ Am Sonntag sind die beiden wie geplant in der Hauptstadt angekommen. Mit ihrer Aktion „Great Little Big Adventure“ wollen sie Spenden für die „Fondatioun Kriibskrank Kanner“ sammeln.

Abenteuer sind ihre Spezialität. Yannis Bastian ist mit dem Fahrrad um die Welt gefahren, hat in zweieinhalb Jahren über 32.000 Kilometer zurückgelegt und hat in 37 Ländern Station gemacht. Sébastien Cayotte ist mit einem Vel’oH-Leihrad von Luxemburg nach Paris gefahren und hat zuletzt das Großherzogtum mit dem Roller umrundet. Beide haben bereits mit ihren vorherigen Aktionen Spenden für die „Fondatioun Kriibskrank Kanner“ gesammelt.

Täglich zwölf Stunden unterwegs

An dem Freitagabend vor gut zwei Wochen haben sich die beiden im Team auf den Weg gemacht. Ihr Ziel: Von Vianden aus im Uhrzeigersinn das Großherzogtum umrunden. Insgesamt 356 Kilometer. Meistens waren Yannis und Bastian ab 8.00 auf der Strecke und bis 19.00 oder 21.00 unterwegs. Denn in zehn Tagen galt es, die Grenzen Luxemburgs auf Straßen, Flüssen und Wegen erkunden und sich dabei nie weiter als 50 Meter von der Grenzlinie entfernen. Und da steckte eine unerwartete Schwierigkeit: Die Grenze war mitunter stark von Gestrüpp zugewachsen. Weil das Duo nicht die Natur zerstören wollte, hat es seine 50-Meter-Regel etwas weiter gefasst und ist seiner App in einem etwas größeren Rahmen gefolgt.

Abgesehen von den anfänglichen Blasen an den Füßen und dem vielen Laufen stellte sich die einzige richtige Schwierigkeit bei der Strecke von Wallendorf bis Wasserbillig, welche Yannis und Sébastien im Kajak zurücklegen wollten. „Aber in Rosport konnten wir nicht einfach mit den Kajaks um den Staudamm fahren und sind deswegen schon eher als geplant auf das Fahrrad umgestiegen.“ Und am Ende wurde die Zeit relativ knapp, weshalb die letzte Strecke auch nicht wie geplant mit dem Tretroller absolviert wurde, sondern ebenfalls mit dem Fahrrad.

Um der Spendenbereitschaft der Luxemburger für die „Fondatioun Kriibskrank Kanner“ auf die Sprünge zu helfen, haben Yannis und Sébastien unterwegs Geocaches versteckt. „Die Leute können Koordinaten kaufen und selbst ein eigenes Abenteuer erleben, das ist eine tolle Idee für Familien“, berichtet er überzeugt. Die Koordinaten führen zu den Orten, an denen die Geocaches versteckt sind. Dafür gibt es dann Gutscheine beispielsweise für Restaurantbesuche, eine Kajaktour oder Patisseriekörbe.

Um den Trip zu einer wirklichen Herausforderung zu machen, hatten sich Yannis und Sébastien vorgenommen, unterwegs kein Geld für die Verpflegung auszugeben. „Es haben sich viele Leute über Facebook gemeldet, die uns Essen und Trinken gebracht haben.“ Meist waren es Freunde und Familienmitglieder, manchmal wurden sie auch unterwegs eingeladen, manchmal mussten sie auch Verpflegung abweisen, weil sonst der Rucksack zu schwer geworden wäre. Damit hatte das Duo das Ziel des geldlosen Trips erreicht. Das heißt bis auf einmal Geldausgeben in Rodingen: für eine Packung Blasenpflaster.

Weitere Informationen und Neuigkeiten über die Aktion „Great Little Big Adventure“ auf www.facebook.com/greatlittlebigadventure