LUXEMBURG
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„Ban de Gasperich“: Boulevard Kockelscheuer für den Verkehr freigegeben

Es glich einer Prozession bei herrlichem Sommerwetter: Etwas früher als geplant wurde gestern in Anwesenheit von Nachhaltigkeitsminister François Bausch, Wirtschaftsminister Etienne Schneider sowie der Hauptstadtschöffin Sam Tanson der Boulevard Kockelscheuer, der vom Kreisverkehr Gluck zum „Ban de Gasperich“ führt, für den Verkehr freigegeben.

Zwei Busspuren und Fahrradweg

Ursprünglich sollte die Eröffnung der 41 Meter breiten Straße, deren Kosten bei rund 17 Millionen Euro im ersten Los liegen, erst im September erfolgen. „Doch wir liegen sehr gut in der Zeit“, sagte Bausch. Nun können sich Autofahrer bereits umgewöhnen, denn mit der Eröffnung des Boulevard Kockelscheuer wird auch die direkte Zufahrt von der Rue Christoph Willibald Gluck in Richtung Kreisverkehr nicht mehr möglich. Der Verkehr wird jetzt über den Boulevard geleitet. Zwei mal zwei Spuren sind aktuell für den Individualverkehr ausgelegt, hinzu kommen noch zwei Busspuren und später die Tram. Bausch bedauerte allerdings, dass man nicht von Anfang an die Tram mit im Verkehrskonzept berücksichtigt hat. „Doch es läuft. Wir werden zwar nicht bis 2019 mit allem fertig werden, ich gehe aber davon aus, dass es sehr zügig vorangeht.“ Bausch freute sich aber, dass neben den Verkehrs-Trassen für den normalen Verkehr aber auch die sanfte Mobilität in Form eines Radweges und eines gut ausgebauten Fußgängerweges mit realisiert wurden.

40/60- Verhältnis

Schließlich habe man sich das Ziel 40/60 gesteckt: „40 Prozent öffentlicher gegenüber 60 Prozent Individualverkehr, das wollen wir auch erreichen.“ Wichtiges Teilstück ist hier auch der Boulevard Raiffeisen, der aus der Rue Raiffeisen zu einem 48,5 Meter breiten Boulevard entsteht, mit Fahrspuren für den Transitverkehr sowie Spuren, die für Busse reserviert sind. Tanson lobte die gute Zusammenarbeit in diesem Dossier: „Vor allem auch mit der Straßenbauverwaltung.“ Auch die Stadt hätte ihre Hausaufgaben gemacht, nicht zuletzt habe man das Busnetz entsprechend angepasst, um das gesteckte Ziel bezüglich des öffentlichen Verkehrs auch zu erreichen. Doch nicht nur den Verkehr habe man hier im Auge, schließlich soll sich das Viertel „Ban de Gasperich“ zu einem „place-to-be“ entwickelt: „Nicht nur Leben und Arbeiten, auch Vergnügen und Erholen soll hier nicht zu kurz kommen“, sagte Tanson.