LUXEMBURG
PAUL HEBER

Am 19. November ist Welttoilettentag. Er wurde erstmals 2001 von der Welttoilettenorganisation ausgerufen und 2013 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in den Kalender der internationalen Tage aufgenommen. Warum ist das so wichtig? Die Mehrheit der Weltbevölkerung hat noch immer keinen Zugang zu Sanitäranlagen. Ein dickes Problem, wie Paul Heber, Sprecher des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, erklärt.

„Laut Schätzungen haben 4,5 Milliarden Menschen – also 60 Prozent der Weltbevölkerung – auch im 21. Jahrhundert keinen Zugang zu Sanitäranlagen, in denen sie auf sichere Art und Weise ihre Bedürfnisse verrichten können.

Das ist in erster Linie eine Gefahr für die Gesundheit. Denn Fäkalien können zu Wasserverunreinigungen führen. Aus unsachgemäß angelegten Latrinen oder Sickergruben können sie in Brunnen und Grundwasser gelangen und so können sich Krankheiten schnell verbreiten.

Darüber hinaus sind schmutzige Toiletten Keimschleudern und viele Menschen holen sich dort Infektionen. Wegen Durchfalls durch schlechte Hygiene sterben täglich 750 Kinder weltweit.

Die UNICEF hat auch festgestellt, dass eine von vier Schulen keine Toilette besitzt und eine von drei keine Toilette, die ein Minimum an Privatsphäre ermöglicht. Das ist sehr problematisch für Mädchen; und besonders dann, wenn sie ihre Tage haben. Aus Scham bleiben viele dann den Schulen fern und das ist natürlich nicht gut für ihre Bildung.

Man sieht also, was das alles mitsichbringt, wenn es keine Toiletten gibt. Dabei haben wir noch gar nicht über die Wasserversorgung gesprochen, die in vielen Gegenden ein Riesenproblem ist, besonders in Konfliktzonen, wo Kriegsparteien die Wasserkontrolle als Kriegswaffe einsetzen.

Man bedenke, dass rund zwei Milliarden Menschen in solch instabilen Gegenden leben.

UNICEF ist im Rahmen ihrer WASH-Strategie - das steht für ‚Water, Sanitation and Hygiene‘ – in vielen Ländern aktiv, um den Menschen zu sauberem Trinkwasser sowie ordentlichen Toiletten- und Abwassersystemen zu verhelfen und ihnen ihre persönliche Hygiene zu ermöglichen. Ein Stück Seife zu haben, hilft schon enorm. Aber viele können es sich nicht leisten. Eine weitere Herausforderung liegt in der Sensibilisierung der Bevölkerungen auf die Bedeutung der Hygiene und der Vermittlung von Know-How zur Errichtung und Instandhaltung von fachgemäßen Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsinfrastrukturen. Es steht viel auf dem Spiel, helfen Sie mit!“