LINTGEN

Gemeinde Lintgen muss Wohnung bezahlen - Kirchenfabrik kauft Pfarrsaal für 585.000 Euro

Eine Schenkung an die lokale Kirchenfabrik im Gesamtwert von 585.000 Euro und die künftige Nutzung des alten Pfarrhauses beschäftigten den Lintgener Gemeinderat in der letzten Woche. Eine anderweitige Nutzung des noch von einer Familie bewohnten Pfarrhauses wurde auf einen späteren Zeitpunkt vertagt.

Als Dienstwohnung für den neuen Pfarrer kauft die Gemeinde eine Eigentumswohnung von 140 Quadratmetern Wohnfläche zum Preis von 450.000 Euro.

Anonyme Spende von 150.000 Euro an die Kirche

Eine anonyme Spende von 150.000 Euro, der Verkauf eines Bauplatzes für 150.000 Euro und eine Schenkung des emeritierten Lintgener Pfarrers in Höhe von 285.000 Euro, also insgesamt 585.000 Euro, machten die Kirchenfabrik zum Eigentümer eines 50 Quadratmeter großen Pfarrsaales mitsamt Sanitäranlagen und Pfarrbüros im Erdgeschoss des selben Neubaus in dem sich die neue Pfarrerwohnung befindet. Die Gemeinde wird für den Unterhalt des Pfarrsaales aufkommen, unter der Bedingung, dass der Saal allen lokalen Vereinen gratis zur Verfügung steht. Nach Wortmeldungen der Räte Jos Consbruck und Louis Pinto wurde die Schenkung an die Kirchenfabrik formal gutgeheißen.

Die Diskussionen über die künftige Nutzung des alten Pfarrhauses, so ist die Einrichtung einer Kindertagesstätte angedacht, wurden aus humanitären Gründen auf einen späteren Zeitpunkt vertagt, da im bisherigen Pfarrhaus immer noch eine Familie untergebracht ist.

Drei Defibrillatoren für Sporthalle, Schule und den Festsaal „A Mouschelt“ werden 24.000 Euro kosten. Mit Kosten von 55.000 Euro wird eine bessere Erkennbarkeit der Fußgängerüberwege zu Buche schlagen.

Rechtsstreit um Baustopp steht an

In Sachen Baustopp eines 15 Personen beschäftigenden Holzbetriebes auf dem Lintgener Berg hinterfragten die „Engagéiert Bierger“-Räte Theis, Pinto und Consbruck die Einstufung der beanstandeten Flächen und zitierten eine ähnlich gelagerte Rechtsprechung, nach der die betroffene Gemeinde im Unrecht war. Auch erinnerten sie an ein positives Gutachten des Gemeindeförsters. Nachdem der Schöffenrat sein Anliegen argumentativ untermauert hatte, sagte Bürgermeister Henri Wurth, Umweltminister Schank habe ihn darüber informiert, dass die Juristen des Umweltministeriums augenblicklich prüften, ob das von Schank an den Holzhändler gesandte Schreiben als Genehmigung zu werten sei. Zur Feststellung der Rechtsmäßigkeit erteilte der Rat dem Schöffenrat die Erlaubnis den Rechtsweg einzuschlagen.

Die von den „Engagéiert Bierger“ vorgebrachte Initiative für eine gemeindeseitige Beihilfe zur Abfederung der Preissteigerungen der „Jumbo-Kaart“ für Jugendliche wurde zur Begutachtung an die Sozialkommission weitergeleitet.

Auf Nachfrage von Rat Jos Consbruck bestätigte der Bürgermeister zurzeit geführte Verhandlungen über Trinkwasserlieferungen der Gemeinde Lorentzweiler an die Gemeinde Lintgen, um die Instandsetzungsarbeiten an den Lintgener „Kasselt“-Quellen zu überbrücken.