LUXEMBURG
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Genehmigungsprozeduren für biotechnologische Plattform von JCR Pharmaceuticals in Käerjeng laufen

Im vergangenen Dezember hatte das japanische Pharmaunternehmen JCR Pharmaceuticals - 500 Mitarbeiter weltweit, 136 Millionen Euro Umsatz jährlich - ein Abkommen mit dem Wirtschaftsministerium über ein Grundstück in der Käerjenger Industriezone „Bommelscheier“ zwecks Errichtung einer Fabrik getroffen. Dort sollen rund 50 Arbeitsplätze entstehen, schreiben Umweltministerin, sowie Wirtschaftsminister, Nachhaltigkeitsminister und delegierter Hochschul- und Forschungsminister in einer gemeinsamen Antwort auf eine parlamentarische Frage von Fernand Kartheiser (adr). Gefragte Qualifizierungen seien etwa Techniker, Apotheker, Biotechnologie-Spezialisten, Biochemiker oder Qualitätskontrolleure. Profile, die zum Teil in den hiesigen Forschungszentren zu finden seien. Die Implantation von JCR Pharmaceuticals biete eine Gelegenheit, weitere anzuziehen und die Experten im Land zu halten. Außerdem bringe die neue Aktivität ja auch einige Büro- und Logistikjobs.

Die neue biotechnologische Plattform von JCR Pharmaceuticals sei vor allem den Bedürfnissen für Patienten mit seltenen Krankheiten gewidmet, wie den unter der Hunter-Krankheit Leidenden, ein degeneratives Gebrechen genetischer Natur, das alle lebenswichtigen Organe schwächt und durch ein spezifisches Enzymdefizit hervor gerufen wird. Es betrifft vor allem Jungen im Alter von 12 Jahren. JCR Pharmaceuticals kann das fehlende Enzym produzieren. Die Minister sehen hier großes Potenzial für weitere Forschung an biomedizinischen Substanzen „made in Luxembourg“, welche die Lebensbedingungen von Menschen mit seltenen Krankheiten verbessern könnten. Das passe übrigens auch in den rezent gut geheißenen Aktionsplan der Regierung in diesem Bereich. Die Priorität des Unternehmens liege zunächst auf dem Aufbau einer Enzymproduktion. Allerdings seien schon mögliche Forschungssynergien mit der Uni Luxemburg und „Luxembourg Institute of Health“ (LIH) identifiziert worden. Übrigens sehe es der Betrieb nicht vor, Stammzellenforschung in Luxemburg zu betreiben, antworten die Minister auf die Frage von Kartheiser, der sich über Forschung an embryonalen Stammzellen sorgte. Hier kommt von den Ministern die Präzision, dass JCR Pharmaceuticals nicht an embryonalen Stammzellen forsche, sondern an solchen, die aus Knochenmark extrahiert werden.

Die Umwelteinflüsse der Produktion, die auf einem biotechnologischen und nicht chemischen Prozess beruhe, würden auf Grundlage der Infrastrukturkapazitäten des „Bommelscheier“-Areals analysiert sowie im Detail aufgrund des Kommodo/Inkommodo-Dossiers, das sich der Betrieb nun anschicke, der Umweltverwaltung und Gewerbeinspektion zu präsentieren.