LUC SPADA

In diesen schnelllebigen Zeiten ist es doch auch mal gut, wenn irgendwas Bestand hat. Etwas von Dauer ist. Das „Lëtzebuerger Journal“ veröffentlicht meine Kolumne bereits seit einem Jahr. Das könnte also meine längste Beziehung werden, wenn das so weiter geht.

Heute, fast auf den Tag genau, wurde meine erste Kolumne mit dem famosen Titel „Schluss mit lustig, ihr Halunken!“ veröffentlicht. Sie handelte von einer Begegnung auf der berühmten „Schueberfouer“. Es folgten 52 weitere Texte aus meiner Feder, inklusive dieser Jubiläumskolumne, die sich mit großen Themen wie Matratzen, Menstruation und Vampiren auseinandersetzten. Abwechslung ist wichtig, meine Damen und Herren. Sie wissen schon, sonst wird es langweilig und man muss sich schnell den Vorwurf „Der ruht sich auf seinen Lorbeeren aus“ gefallen lassen.

Es gab auch, wie in jeder Beziehung, Tiefen und Höhen. Ich erzähle Dir von den Tiefen, weil die Höhen sowieso niemanden interessieren. Eiskalt hat es mich zum Beispiel erwischt, als ein großer Kritiker in einem Facebook-Kommentar zwischen den Zeilen vermuten ließ, dass die Möglichkeit bestehen könnte, dass die Gastgeber meiner Kolumne sich eigentlich schämen, mich als Kolumnist „eingestellt“ zu haben. Sein Verriss gegen mein letztes Gedichtband, das in der selbigen Tageszeitung veröffentlicht wurde, wäre demnach als „internes Korrektiv“ zu deuten.

Frei nach „Ja, wir veröffentlichen Spada, aber aus Mitleid!“. Kurz zweifelte ich daran, ob die mich beim „Lëtzebuerger Journal“ wirklich lieben, aber dann wurde mir schnell klar, dass ich meiner „Partnerin“ einfach vertrauen muss und wenn sie mir etwas zu sagen hat, dann wird sie das schon tun. Anschließend meditierte ich ein wenig, machte ein paar Yoga-Übungen und mein Gemütszustand wechselte zurück auf „Frieden“.

Wie geht es weiter? Erstmal wie immer, weil ich weiß doch, dass Veränderung nur in kleinen Schritten passieren darf, um die Gewöhnungstiere nicht zu verschrecken. Die, die meine Texte bisher also nicht mochten, werden sie auch in Zukunft nicht mögen. Das ist ein Versprechen, das ich auf jeden Fall halten kann. Versprochen!