LUXEMBURG
INGO ZWANK

Über 100.000 Schuss werden morgen zum „Freedefeier“ den Nachthimmel erhellen

Steigende Kronen, leichte Passagen mit Kometen samt Wasserfall, der natürlich nicht fehlen darf: „Mister Freedefeier“ lässt es morgen – pünktlich um 23.00 - wieder ordentlich krachen, quasi mit einem Feuerwerk zum eigenen Jubiläum. Am Vorabend vom Nationalfeiertag wird es wieder Pyrotechniker Jo André sein, der auf den berühmten roten Knopf drücken wird. Seit 1989 ist er verantwortlich für das Feuerwerk zum Nationalfeiertag. In diesem Jahr kann er somit ein kleines Jubiläum feiern: „Es ist das 30. Jahr, wo wir dabei sind”, sagt André, „wir“, das sind André und die „Freedefeier asbl.“.

Der Luxemburger Pyrotechniker hat die Befugnis, Feuerwerke in Frankreich, Belgien und Deutschland zu veranstalten, was einen europaweiten Einsatz mit sich bringt. Nicht nur das Abbrennen, auch die Herstellung der Feuerwerkskörper ist ihm gestattet - und der „Künstler“ verspricht: „Es wird wieder ein tolles Feuerwerk, was von der Brücke in der Hauptstadt aus abgebrannt wird“. In diesem Jahr erneut mit musikalischer Untermalung, „live durch die Militärmusik“, wie André eine der Herausforderungen beschreibt.

Von neun Lkw-Auflegern aus werden die Raketen „hoffentlich pünktlich“ in den Himmel über der Hauptstadt abgefeuert. „Insgesamt werden es wohl um die 100.000 Schuss sein.“ So genau hat er nicht nachgezählt, „auch nicht für das ‚Journal‘“, sagt André schmunzelnd, hat so manche Leuchtkugel doch alleine 1.200 Schuss in sich.

Alles läuft aber über einen Computer, der die insgesamt 25.068 Zündpunkte steuert. Bei diesen Schüssen ist wieder alles vertreten, von einem kleinen Kaliber bis hin zu 150 Millimeter. „Wir durften ja vor einigen Jahren bis Kaliber 400 abschießen, was schon eine Besonderheit war. Aber auch nur, weil wir einen entsprechend großen Sicherheitsabstand auf ‚Dräi Eechelen‘ gehabt hatten“, erzählt André mit Blick auf die Hauptstadt. So manche Kugelbomben vom Kaliber 100 steigen ja alleine 180 bis 200 Meter in die Luft.

Wenn man alles zusammenrechnet, dann werden rund 5,5 Tonnen Sprengkraft beim „Freedefeier 2019“ in die Luft gehen – was nach 17:20 Minuten wieder Geschichte sein wird. „Aber es wird toll, mit der Militärmusik hat es auch vor zwei Jahren sehr gut geklappt“. So ist sich André sicher, dass alles unter der Leitung von Lt.-Col. Jean-Claude Braun im Takt bleiben wird, „bei einem klassischen Medley“, wie André verrät.

Herausforderung Wasserfall

Jets wie Helikopter werden steigende Kronen in den Himmel zaubern, in den leichten Passagen werden Kometen die Nacht erleuchten. „Für uns ist es besonders spannend, dass der Wasserfall gut zehn Minuten im Feuer hängen wird und hoffentlich nicht frühzeitig durch etwas gezündet wird.“ Der wird an zwei Kränen hängend auf der Brücke installiert, die selbst entsprechend abgedeckt sein wird, „dass sie nach der Renovierung nicht durch das Feuerwerk geschwärzt wird“, sagt André. Als Farben werden natürlich wieder Rot-Weiß-Blau und „meine Lieblingsfarbe Brokat“ dominieren, „es wird aber auch ein bisschen Grün dabei sein“, sagt André.

Vom Können des Pyrotechnikers kann man sich auch andernorts überzeugen: „Unser Terminkalender ist wieder gut gefüllt“, verrät er. So wird er wieder am 4. Juli in Spangdahlem (Eifel) auf der US-Air Base die Amerikaner an ihrem Unabhängigkeitstag mit seinen Raketen erfreuen, beim Mega-Feuerwerksevent „Kölner Lichter“ am 13. Juli oder auch in Cannes wird der Luxemburger seine Raketen zünden.

Freedefeier asbl - Jo André, Op der Telleschbaach - L-9452 Bettel, Telefon: +352 621 185 828