LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Wann die neue Technologie kommt, was sie kann und welche Sorgen es gibt

5G ist der nächste große Schritt, der Kommunikation noch schneller machen soll und noch effizienter. Zehn Mal schneller soll der Datenfluss werden, zehn Mal mehr Daten transportieren können. Damit sind Filme in ein paar Sekunden zu laden und ganz neue Anwendungen werden möglich; in der Medizin, der Industrie oder beim autonomen Fahren. Davon sollen bald alle profitieren können. In Luxemburg startet jetzt der Aufbau des Netzes. Bis Ende des Jahres soll 5 G in der Hauptstadt zur Verfügung stehen, bis 2025 soll das ganze Land abgedeckt sein.

Marktexperten prognostizieren, dass es im Jahr 2025 weltweit mehr als 2,5 Milliarden 5G-Mobilfunkanschlüsse geben wird. Der Absatz von 5G-fähigen Smartphones soll sich im Jahr 2023 bereits auf mehr als 770 Millionen Geräte belaufen. Der Markt für 5G-Netzwerktechnik soll von rund 500 Millionen US-Dollar im Jahr 2018 auf 26 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 wachsen.

Aber es gibt auch Sorgen rund um die neue Technologie, sei es wegen Spionage durch Huawei, sei es wegen Gefahren für die Gesundheit durch Antennen. Wir geben einen Überblick, über das, was sich tut.

„Voll und ganz zufrieden“

 

Proximus-Chef Hoffmann zur Versteigerung

 

Gérard Hoffmann ist CEO von Proximus Luxemburg und sehr zufrieden mit der Vergabe der 5G-Frequenzen. Das belgische Telekom-Unternehmen Proximus hat über seine Tochter Proximus Luxemburg bei den 5G-Frequenzen mitgeboten. Proximus vertreibt seine Dienste unter zwei Marken in Luxemburg: Tango mit Angeboten für den Privatmarkt sowie Telindus, das sich an Geschäftskunden wendet. Hoffmann sagte dem „Journal“: „Wir haben genau das erhalten, was wir brauchen. Im 700-Megaherzband haben wir das Maximum des Spektrums, das der Regulator vorgesehen hat und im 3,6-Gigahertzband haben wir 100 Megahertz erhalten. Das entspricht dem Maximum des 5G-Standards. Mehr hätten wir nicht nutzen können. Wir sind voll und ganz zufrieden.“ Über den Preis kann sich der CEO von Proximus Luxemburg nicht äußern, da die ILR dies untersagt. Jetzt wird bei Tango und Telindus an Angeboten gefeilt. „Bis Ende des Jahres müssen wir die Stadt Luxemburg mit 5G abdecken, insoweit die Commodo/Incommodo-Prozeduren dies zulassen. Sollten die Genehmigungen nicht rechtzeitig eintreffen, kann es zu Verspätungen kommen“, sagt Hoffmann. „Das ganze Land soll dann bis 2025 abgedeckt sein.“ 

Schwierigkeiten aufgrund von Einsprüchen, die auf gesundheitlichen Bedenken beruhen, befürchtet Hoffmann nicht. „Wir halten uns an die Vorschriften. Mehr können wir nicht dazu sagen.“ Für ihn ist es offensichtlich, dass an 5G kein Weg vorbeiführt. „Wir wären bei 4G sonst irgendwann mal an die Grenze gekommen. 5G ist auch nötig, um die Kapazität zu erhöhen, damit mehr Nutzer und Apps möglich sind.

Das ist vielen Menschen nicht so klar, aber das Datenwachstum ist enorm.“ Hoffmann betont, dass auch die Geschwindigkeit mit 5G bedeutend zunimmt. „Durch 5G sind im Unternehmensbereich viele Anwendungen möglich, von smart city, über Medizin bis hin zum Aufbau privater Netzwerke. Hinzu kommen noch Virtual Reality-Anwendungen. Bislang sind die Nutzer ja durch die Verfügbarkeit der Anwendungen begrenzt. Das ändert sich mit 5G“, erklärt Hoffmann abschließend.