LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

25.600 Studienbörsen wurden bewilligt

Punktuelle Anpassungen am reformierten Studienbeihilfensystem will Staatssekretär Marc Hansen zwar nicht ausschließen, Details wollte oder konnte er gestern aber noch nicht nennen. Zuerst findet noch ein Austausch mit der Studentenvertretung ACEL statt. Diese hatte vor kurzem Nachbesserungen - insbesondere eine Erhöhung der „Bourse sociale“ - gefordert, nachdem die Ergebnisse einer Anfang 2015 durchgeführten Umfrage unter die Lupe genommen worden waren. Studenten aus Familien mit niedrigem Einkommen würden nicht genug unterstützt, hatte die ACEL beklagt. Dem widersprach der Staatssekretär allerdings gestern: „Das momentane System erlaubt es jedem, zu studieren“. Die Tatsache, dass längst nicht alle Studenten, das ihnen zugestandene Darlehen („prêt étudiant“) in Anspruch nehmen würden, verdeutliche in gewisser Weise, dass sich nicht allzu viele Studenten tatsächlich in finanziellen Engpässen befinden könnten.

Nichtsdestotrotz warte man das Treffen mit den Studentenvertretern ab. Danach werde entschieden, ob punktuelle Änderungen vorgenommen werden oder nicht. „Es kommt aber nicht in Frage, dass Gelder wieder mit der Gießkanne verteilt werden“, stellte Hansen klar. Dass dies nicht mehr passiert, spiegelt sich indes in den nun vorgestellten Zahlen wider: Durch die Reform der Studienbeihilfen konnten im vergangenen akademischen Jahr gegenüber 2013/2014 über 60 Millionen Euro eingespart werden.

2.500 Mal wurden Dossiers abgelehnt

Rund 91 Millionen Euro wurden für Studienbörsen ausbezahlt. Ein Jahr vorher waren es noch mehr als 154 Millionen. Wenige Änderungen gab es, was die Höhe der genehmigten Bankkredite anbelangt: Fast 177 Millionen Euro hätten sich die Studenten zusammengefasst zu einem niedrigen Zinssatz bei einer Bank leihen können. Es sei schwer einzuschätzen, wie oft die Möglichkeit genutzt wurde, da man kein Feedback von den Banken bekäme, vermuten würde er aber, dass lediglich Kredite in Höhe von rund 50 Millionen Euro ausgezahlt wurden, so Hansen.

Insgesamt hatten übrigens 27.813 Studenten einen Antrag auf Studienbeihilfe beim CEDIES gestellt, darunter 10.495 Grenzgänger. Rund 2.500 Mal seien Dossiers abgelehnt worden, dies aus diversen Gründen, wie Hansen erklärte: Frist nicht eingehalten, Dossier unkomplett, Studiengänge, die den Kriterien nicht entsprachen oder sonstige Bedingungen, die nicht erfüllt wurden.

Seit diesem Sommer können die Anträge auch online getätigt werden. 20 Prozent der Studenten hätten diese Möglichkeit genutzt, sagte Hansen. Der Vorteil sei, dass die Dossiers dann komplett seien und sehr schnell bearbeitet werden könnten.

Trier, Brüssel, Wirtschaft

In der Hitparade der beliebtesten Studienfächer sowie Länder hat sich in den vergangenen Jahren wenig geändert. Wirtschaft steht mit 5.435 Studierenden an erster Stelle, gefolgt von Gesundheitsberufen (2.269). Deutschland, Luxemburg und Belgien ziehen die meisten einheimischen Studenten an. Beliebteste Stadt in Deutschland bleibt Trier, in Belgien ist es Brüssel, in Frankreich Straßburg und in Österreich Wien.

Was das Studieren im Großherzogtum anbelangt, so erfreuen sich insbesondere die BTS-Ausbildungen („brevet de technicien supérieur“) zunehmender Beliebtheit. 664 BTS-Schüler wurden im vergangenen Schuljahr gezählt, 2013/2014 waren es 552. Die Anzahl der Studenten der Universität Luxemburg ist in den letzten drei Jahren relativ konstant geblieben (zwischen 6.200 und 6.300). Das Personal wurde dagegen deutlich aufgestockt, von 1.057 Mitarbeitern im Jahr 2010 auf 1.460 im vergangenen Jahr. Die „Faculté de droit, d’économie et de finance“ stößt auf das größte Interesse (2.782 Studenten), gefolgt von der „Faculté des lettres, des sciences humaines, des arts et des sciences de l’éducation“ (2.186).