Sich einmal fühlen wie bei den Oscars, das ist der Traum vieler jungen Filmemacher. Das Team rund um Philippe Ferber konnte sich bei der Preisverleihung des diesjährigen Filmfestivals „Crème Fraîche“ so ähnlich fühlen. Sie räumten nämlich den Preis für den besten Kurzfilm „60 seconds Clip“ ab. Im „Journal“-Interview erzählt Philippe warum ein Traum für die junge Filmcrew in Erfüllung gegangen ist.
Warum habt ihr bei „Crème Fraîche“ mitgemacht?
Philippe Ferber Wir hatten bereits vor zwei Jahren am „Crème Fraîche“ Wettbewerb teilgenommen. Danach hatten wir zwei Jahre nichts eingereicht, denn obwohl wir vorgehabt hatten mitzumachen, haben wir es zeitlich nicht hinbekommen einen Clip zu drehen. Dieses Jahr wollten wir jedoch unbedingt wieder einmal teilnehmen, da es eine sehr gute Möglichkeit ist, um seine Filme zeigen zu können und um auf sich aufmerksam zu machen. Gleichzeitig bieten die Bedingungen des Wettbewerbs eine kreative Vorlage um einen Kurzfilm zu produzieren, den man sonst so nie gedreht hätte.
Was genau war eure Aufgabe?
Ferber Die Aufgabe bestand darin, einen Kurzfilm von maximal einer Minute zu produzieren in dem dieses Jahr eine junge und eine alte Person, sowie ein Ball und ein Koffer vorkommen mussten.
Wie seid ihr vorgegangen und was habt ihr gedreht?
Ferber Zuerst mussten wir uns natürlich eine interessante Geschichte ausdenken die auch alle Voraussetzungen erfüllte. Das Schwerste beim „60 seconds Clip“‘ ist immer noch, diese eine Minute auch wirklich einzuhalten. Deswegen sollte man sich bereits von Anfang an eine Handlung ausdenken welche in diesem gewissen Zeitfenster verständlich rüber zu bringen ist. Wir haben versucht mit unserer Idee, einen witzigen Science-Fiction Film zu drehen, eine Richtung einzuschlagen von der wir annahmen, dass die anderen Teilnehmer diese nicht unbedingt wählen würden. Anschließend haben wir die Dreharbeiten vorbereitet. Den Dreh selbst haben wir nach der Schule in relativ wenigen Stunden durchgeführt, allerdings waren die Dreharbeiten wegen niedriger Temperaturen und Pannen, die viel Improvisation verlangten, etwas holprig verlaufen. Anschließend folgten Schnitt und Nachbearbeitung am Computer, sowie das Erstellen von Animationen und das Komponieren der Musik. All dies konnten wir erst kurz vor Einsendeschluss beenden.
Wie war diese Erfahrung für euch?
Ferber Es war wirklich eine tolle Erfahrung, während der wir auch viel dazu gelernt haben. Uns hat es gefreut zu sehen, dass unser Clip bei den Leuten ankommt, sich die Arbeit also gelohnt hat und das steigert auch die Motivation. weiterhin an solchen Wettbewerben teilzunehmen. Jeder von uns würde sofort wieder an einem Filmdreh mitmachen wollen.
Hattet ihr mit einem Sieg gerechnet?
Ferber Nein, auf keinen Fall mit dem ersten Platz. Die Konkurrenz war groß und da das Publikum abstimmte, schätzten wir unsere Chancen auf eine Preisplatzierung als gering ein. Umso größer war die Überraschung und Freude bei uns, als wir „Houston, we have a problem“, der Titel unseres Filmes, bei der Verkündung des ersten Preises hörten.
Werdet ihr in Zukunft vielleicht weiter im Filmbereich
tätig sein?
Ferber Warum nicht, wir könnten uns auf jeden Fall eine Zukunft im Filmbereich vorstellen. Erste Schritte in eine solche Zukunft haben wir schon gemacht. Es fing mit der Gründung der Gruppe „Filmsense“ an. Anfangs waren wir zu zweit, doch mit der Realisierung des „Crème Fraîche“-Films hat sich unsere Gruppe vergrößert. Wir drehen sehr unterschiedliche Filme an unserer Schule „Lycée du Nord Wiltz“. Die Filme handeln über verschiedene Veranstaltungen oder wir produzieren Musikvideos für befreundete Bands und Künstler, doch wir versuchen auch immer wieder unsere eigenen Ideen in die Tat umzusetzen. Momentan besteht unsere Gruppe aus fünf Mitgliedern. Einige bevorzugen es, hinter der Filmkamera aktiv zu sein, während andere das Schauspielern mögen und lieber vor der Linse agieren.
Was war für euch der spannendste Moment?
Ferber Der spannendste Moment war eigentlich die Preisvergabe. Ebenfalls spannend war es natürlich auch unseren Film das erste Mal auf der großen Kinoleinwand zu sehen und die Reaktionen des Publikums live mitzuerleben. Wir hofften alle, dass die Pointe unseres Films aufgehen würde und wir das Publikum erstaunen und zum Schmunzeln bringen könnten, was glücklicherweise auch gelang.




