LUXEMBURG
SYLVIE GREIN UND SANDRA SCHEUREN

Seit 30 Jahren gibt es sie: Die NGO CSI Lëtzebuerg, die benachteiligten und ausgegrenzten Menschen anhand von konkreten Bildungsprojekten hilft, aus der Armut herauszukommen. Im Rahmen der Sensibilisierung in Luxemburg diesbezüglich läuft momentan eine Wanderausstellung mit dem Titel „63 Millionen“, zu der es auch einen Videoclip gibt, der gestern vorgestellt wurde. Was es damit auf sich hat, erklären Sylvie Grein und Sandra Scheuren von CSI Lëtzebuerg.

„Mit 63 Millionen sind die Kinder zwischen sechs und elf Jahren weltweit gemeint, die nicht zur Schule gehen, weil die finanzielle Lage ihrer Familien es nicht erlaubt, weil es in ihrer Heimatregion keine oder nicht genügend Schulen und Lehrer gibt, weil sie Gebrechen haben, für die es keine adäquaten Schulprogramme gibt oder weil sie aus kulturellen Gründen davon abgehalten werden, zur Schule zu gehen.

Die Zahl der Kinder, die nicht zur Schule gehen, hat sich in den letzten Jahrzehnten reduziert, ist aber im 21. Jahrhundert immer noch enorm. Organisationen wie CSI haben demnach noch viel Arbeit vor sich, damit jedes Kind zur Schule gehen kann und Perspektiven für ein Leben in Autonomie bekommt.

In diesem Sinne sind wir in einigen afrikanischen und asiatischen Ländern aktiv, um gemeinsam mit lokalen Partnern für den Bau oder die Renovierung von Schulen und Internaten zu sorgen, für die Ausstattung dieser Infrastrukturen und Schulmaterial, aber auch für angepasste pädagogische Programme sowie die Sensibilisierung von Eltern, Kindern aber auch Lehrern und politisch Verantwortlichen.

Wir stärken unsere Partner für ihre Aufgaben durch Aus- und Weiterbildungen, finanzieren aber auch Schulungen für Lehrer für die pädagogische Betreuung von behinderten Kindern etwa oder von Flüchtlingskindern. Unsere Einsatzländer sind in Afrika, der Südsudan, Ruanda, die Demokratische Republik Kongo. In Asien sind es Vietnam, Indien und Bangladesch.

Ein zweiter Aspekt unserer Arbeit ist die Sensibilisierung für die Bedeutung des Zugangs zu Bildung in Luxemburg. Wir veranstalten deshalb regelmäßig Workshops mit Kindern zwischen acht und zwölf Jahren, in denen wir diskutieren, wie groß der Impakt von Bildung auf das Leben ist.

Um die Diskussion zu unterstützen, haben wir auch pädagogisches Material entwickelt, wie unser Gesellschaftsspiel Lekoli, das illustriert, wie hoch die Hürden sind, die manche Kinder in Entwicklungsländern nehmen müssen, um in die Schule zu gelangen.

Wir haben auch ein Projekt um die Zahl der 63 Millionen entwickelt. Dabei arbeiteten die Schulklassen aus Luxemburg an der Gestaltung von Figuren, von denen jede die Geschichte eines Kindes in einem anderen Land erzählt. Die 63 dieser von der ‚Fondation Kräizbierg‘ hergestellten und von den Klassen reich dekorierten Figuren waren im Sommer ein erstes Mal im Bettemburger Park zu sehen, sowie kürzlich in der City Concorde. Bis zum 12. November sind sie im Belval Plaza zu sehen. Wir möchten auch noch andere Partner finden, die dieses Sensibilisierungsinstrument ausstellen möchten. Auch haben wir einen Videoclip entworfen, der die Problematik des Zugangs zur Bildung in ein paar Minuten darstellt. Er ist auf Youtube zu sehen unter #63million. Wir würden uns freuen, wenn die Botschaft weit in die Gesellschaft hinaus getragen wird. Denn 63 Millionen Kinder, die nicht zur Schule gehen, sind 63 Millionen zu viel.“