LUXEMBURG
LJ

Was 2018 an Klärschlämmen aus der Anlage in Beggen kam

Als bevölkerungsreichste Stadt des Landes, die tagsüber zusätzlich zu ihren rund 120.000 Einwohnern nochmal schätzungsweise ebenso viele Arbeitnehmer von außerhalb empfängt, generiert die Hauptstadt natürlich die meisten Klärschlämme.

Seit 2012 wird das gesamte Abwasser der Kapitale, die über rund 600 Kilometer Abwasserleitungen verfügt, in der auf 210.000 Einwohnergleichwerte ausgelegten Anlage in Beggen geklärt.

Das meiste nach Lothringen

Aus dem Jahresbericht des hauptstädtischen Kanalisationsdienstes ist zu entnehmen, dass in Beggen im vergangenen Jahr 6.822 Tonnen Klärschlämme angefallen sind, die von SEDE Benelux, einer Filiale des französischen Wasser-, Energie und Abfallentsorgungsgiganten Veolia abtransportiert werden, zur Kompostierung (6.673 Tonnen) und zur Verbrennung (149 Tonnen). Der Großteil landet in Kompostanlagen in Lothringen, bei Nancy Compost in Port-sur-Seille und Suez Organique-Terralys in Fresnois-la-Montagne. Der Teil zur Verbrennung geht ins Zementwerk CBR-Lixhe in Belgien. Zuvor produzieren sie aber mal Energie in den Kompostierungstürmen, wo Mikroorganismen sie zersetzen. Auf diese Weise wurden im vergangenen Jahr 1,6 Millionen Kubikmeter Biogas produziert, die 3,7 Millionen Kilowattstunden Strom - das reicht, um den Strombedarf der Station zu 41 Prozent zu decken - und 5,5 Millionen Kilowattstunden Wärmeenergie zu erzeugen. Auch die Wärme wird für die Versorgung der Station genutzt.

Die Klärung von Abwässern und die Aufbereitung von Klärschlämmen ist ein Prozess, in der viele chemische Produkte zum Einsatz kommen. Vor allem Eisenchlorid, das zur sogenannten „Flockung“ der Verunreinigungen im Wasser dient und sie nach unten absinken lässt. In Beggen wurden 2018 laut Bericht 787,24 Tonnen davon eingesetzt. Indes wurden 909,33 Tonnen Methanol zur Vergärung der Klärschlämme benutzt.

Wie der Klärprozess in Beggen funktioniert sehen Sie auf dieser Grafik:

tinyurl.com/BeggenKlaeranlage