LUXEMBURG
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Medizinisches Cannabis: Gesundheitsministerium zieht Zwischenbilanz über Gebrauch

Die Einführung von medizinischem Cannabis, ein Erfolg? Mit dieser Frage richtete sich der Piraten-Abgeordnete Marc Goergen unlängst an Gesundheitsminister Etienne Schneider (LSAP) nachdem am 20. Juli 2018 das entsprechende Gesetz in Kraft trat. Eine klare Aussage erhält er aus der Villa Louvigny allerdings nicht.

Erste vollständige Bilanz 2021

Denn die ersten Verschreibungen von medizinischem Cannabis sind erst ab dem vergangenen Februar erfolgt und eine erste Bilanz soll erst 2021 gezogen werden.

Erste Erkenntnisse gibt es trotzdem: 80 Prozent der Patienten, die mit einer Behandlung mit medizinischem Cannabis begonnen haben, führen sie auch weiter, schreibt der Gesundheitsminister aufgrund der Auswertung der Medikamentenvergabe, die elektronisch registriert werden muss.

Auch ist zu erfahren, dass die Pharma-Abteilung der Gesundheitsdirektion eng mit den Partnern vor Ort zusammen arbeitet, um die Patientenversorgung zu sichern und zu optimieren.

Ob es zu einer Erweiterung des Kreises der Krankheiten kommt, die mit medizinischem Cannabis behandelt werden dürfen, ist bis dato ungewiss. Das sei eine Entscheidung, die einer soliden wissenschaftlichen Grundlage bedürfe. Diese sei zwar für viele Gebrechen noch nicht existent, könnte aber durch laufende Studien geschaffen werden. Dann werde auch die gesetzliche Basis für den Gebrauch von medizinischem Cannabis angepasst.

Immer komplementär

Das Mittel müsse auch immer komplementär zu „konventionellen“ Medikamenten oder Therapien gesehen werden, warnt Schneider, „es ist kaum zu erwarten, dass Cannabis jetzt andere Medikamente komplett ersetzt“.

Übrigens sind drei Mittel der kanadischen Spectrum Pharmaceuticals in Luxemburg erhältlich, die getrocknete Cannabis -Blüten mit unterschiedlichen Konzentrationen von THC und CBD anbietet. Ausgewählt wurde sie in einem europäischen Ausschreibungsverfahren gemäß Kriterien wie pharmazeutische Qualität, Preis, Lieferungsfristen oder Lagerungsquanität. Die Zulassung weiterer Produkte werde geprüft.

Komplette Legalisierung in zwei Jahren?

Das Thema Cannabis wird Luxemburg auch die nächsten Jahre beschäftigen, hat die Regierung doch angekündigt, es noch in dieser Legislatur auch für den Freizeitgebrauch freizugeben. Allerdings dürfte es noch mindestens zwei Jahre dauern, bis der entsprechende Gesetzrahmen dafür steht. Eine Arbeitsgruppe des Gesundheits- und Justizministeriums ist derzeit damit befasst.