LUXEMBURG
ANNETTE WELSCH

Nationales Programm zur Darmkrebsfrüherkennung vorgestellt: Nächste Woche geht es los

Ein systematisches Programm zur Krebs-Früherkennung existiert mit dem „Programme mammografie“ im Bereich des Brustkrebses für Frauen ab 50 Jahren. Nun fiel der Startschuss für ein zweites nationales Programm, mit dem systematisch alle Männer und Frauen zwischen 55 und 74 Jahren angesprochen werden: Sie werden alle zwei Jahre aufgefordert, sich freiwillig auf Darmkrebs testen zu lassen.

Dafür wird ihnen ein Stuhltest, den man einfach und schnell zu Hause durchführen kann, zugeschickt. Begleitet ist er von einem Fragebogen, der einem hilft, das Diagnose-Mittel der Wahl zu finden. Denn für Risikogruppen, die chronischen Durchfall haben oder denen Blut beim Stuhlgang auffiel, die bereits mit einer Darmerkrankung konfrontiert waren, die bereits eine Darmspiegelung hinter sich haben oder in deren Familie Darmkrebserkrankungen auftraten, wird empfohlen, sich direkt an einen Arzt zu wenden und eine Darmspiegelung durchführen zu lassen.

Ziel: 20 bis 30 Prozentweniger Darmkrebstote bis 2030

„Selbstverständlich kann sich jeder auch direkt für eine Darmspiegelung entscheiden“, machte Gesundheitsministerin Lydia Mutsch gestern klar, als das Programm vorgestellt wurde. „Wir wollen die Todesfälle senken, Darmkrebs früher erkennen, um schwere Interventionen zu vermeiden und ihm vorbeugen, indem die Vorstufen in Form von Polypen direkt entfernt werden.“ Sorgen macht ihr, dass fast 70 Prozent der anvisierten Altersgruppe derzeit gar keine Darmkrebsfrüherkennung machten. Mit den neuen, zu über 90 Prozent zuverlässigen Tests ließen sich nun schon sehr geringe Spuren von Blut im Stuhl nachweisen - dann heißt es ab zur Koloskopie.

Gekennzeichnet sind solche systematischen Früherkennungsprogramme durch strenge Qualitätskriterien: Der Test wurde aufgrund von seiner internationalen und wissenschaftlichen Bewährung herausgesucht, das Labor, das die Proben untersucht, wurde aufgrund einer europäischen Ausschreibung ausgewählt, die Ärzte, die die Darmspiegelungen durchführen, müssen eine Genehmigungsprozedur durchlaufen, es gelten Fristen, wie 15 Tage für das Testergebnis und maximal 30 Tage, um einen Termin für eine Darmspiegelung zu erhalten und selbstverständlich gelten strenge Datenschutzbestimmungen.

Die Präsidentin der Plattform zum Nationalen Krebsplan, Dr. Danielle Hansen-König gab als Ziel des Programms an, dass die Todesfälle durch diese heimtückische Erkrankung um 20 bis 30 Prozent bis 2030 gesenkt werden sollen. Nächste Woche startet die umfangreiche Informationskampagne dazu und die ersten Tests werden verschickt. Mit einem fünf-minütigen Video-Clip in fünf Sprachen, darunter Englisch und Portugiesisch, kann man sich den Gebrauch des Tests übrigens im Internet erklären lassen.

„Wir wollen die ganze Bevölkerung erreichen und selbstverständlich auch die
Personen mit Migrationshintergrund“, sagte Mutsch.


www.montest.lu, www.meintest.lu, www.mäintest.lu, www.mytest.lu, www.meueteste.lu, www.plancancer.lu, www.sante.lu,