CLAUDE KARGER

Oldenburg und Umgegend sind noch immer schwer davon angetan, dass das „Foreign Affairs“ beim dortigen Filmfestival Deutschlandpremiere feiern durfte. Logisch, denn schon die Beschreibung des Hauptdarstellers der Chefdiplomaten-Doku auf dem Festival-Web klingt toll: „,Jang‘, as Luxembourgian citizens call him fondly, is the pop-star of European politics“. Auch Radio Bremen schwärmte von dem Streifen, der ein wenig von Gegensätzen lebe: „Vom Iran geht es in den Garten. Und von der Heckenschere geht es wieder nach Tel Aviv“. Oder zum Kopf-frei-kriegen-Serpentinen-Radeln in die Alpen. So forsch, wie er in die Pedale tritt, bezieht Asselborn auch Positionen. Tja, „manchmal spielt auch der Bauch eine Rolle“ und siegt über den Kopf, an den sich manche dann greifen müssen. Angesichts des rezenten „Républicain Lorrain“-Titels: „Le Luxembourg est „A-A-Ahh!“, dachten wir zunächst, der Autor habe Hirnsausen. Doch er wollte bloß lustig über das bestätigte Triple-A Rating für das Großherzogtum dichten. Was einfallen lassen müssen sich auch Zwitschertaschen wie @LaurentMosar um den eigenen Piep-Rhythmus hoch zu halten. „De tous ceux qui n’ont rien à dire les plus agréables sont ceux qui se taisent“, zitierte er so gestern den großen Pariser Sozialphilosophen Michel Colucci. Nähme er Coluche beim Wort, wäre er uns auch gleich viel angenehmer.