LUXEMBURG
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Mit der richtigen Ausstattung in Richtung Berge

Wintersaison bedeutet Skiurlaub – das jedenfalls für viele Luxemburger. Der Startschuss fällt in den Weihnachtsferien, dann trudeln wieder Scharen an Touristen in den beliebtesten Skigebieten ein. Das österreichische Obertauern, Zillertal und Tirol sowie die Schweiz, der Feldberg im Schwarzwald und die französischen Alpen gehören auch in diesem Jahr wieder zu den beliebtesten Reisezielen der Luxemburger. Ob nun zum etwas ruhigeren All-Inclusive Familienurlaub oder zum ganztägigen Skierlebnis unter Freunden inklusive Après-Ski Party, ob Schneeschuhwanderung, Skitour, Langlauf oder einfach nur Rodeln, jeder dürfte in den Wintersportgebieten auf seine Kosten kommen.

Doch bevor es losgeht, steht bekanntlich noch das lästige Packen an. An einiges muss dabei gedacht werden. Um Ihnen etwas unter die Arme zu greifen, haben wir ein paar nützliche Tipps zusammengestellt.

Zwiebellook statt Frostbeule: Die perfekte Kleidung, damit Sie auf der Piste nicht frieren

Kaum etwas verhagelt Wintersportlern den Tag auf der Piste mehr, als wenn sie frieren. Deshalb kleiden sie sich lieber mit System. Basis ist das altbekannte Prinzip der Zwiebel - und zwar in drei Lagen. Jede Lage hat eine klare Funktion, wie Fachjournalist Ralf Stefan Beppler erklärt: „Die erste Schicht ist für den Klimakomfort und das Feuchtigkeitsmanagement da, die zweite für die Isolation, die dritte für den Wetterschutz“. Wie man die Zwiebel im Detail umsetzt:

Die erste Lage: Das Feuchtigkeitsmanagement

Wer Sport macht, der schwitzt. Und je mehr der Schweiß strömt, desto mehr Feuchtigkeit muss die Funktionswäsche von der Haut wegleiten. So sei etwa Merinowolle bei sehr aktiven Tätigkeiten wie Skitouren nicht empfehlenswert, weil der Stoff zu langsam nachtrocknet, sagt Beppler. Bleibt Schweiß auf der Haut, fröstelt man.

Grundsätzlich rät der Experte daher eher zu Polyfasern wie Polypropylen oder Polyester, die wenig Feuchtigkeit aufnehmen. Der Trend geht laut Beppler aber zu Mischfasern. „Beliebt ist im Moment die Kombination von Merino und Polyester.“ Sie bietet einen kleinen Wärmefaktor, ohne dass zu viel Feuchtigkeit aufgenommen wird.

Auf Baumwolle sollte man verzichten.

Die zweite Lage: Die Isolation

Diese Lage hält warm. Wer gemütlich unterwegs ist und es gerne kuschelig hat, setzt auf Daunen. Sie können aber schnell zu warm werden, weshalb diese Lösung für sportlichere Abfahrer nicht ideal ist. Für sie sind eher Fleece oder Bauschfasern wie Microloft, Primaloft oder Thermore passend, sagt Beppler. Materialien wie Polartec Alpha seien speziell für intensive Aktivitäten gemacht. Diese leiten Feuchtigkeit gut ab, halten aber auch ausreichend warm.

Wichtig ist: Als Zwischenschicht dürfe die Kleidung bei Bewegungen nicht behindern, sagt der Textilexperte. Innen wie außen sollte sie aus diesem Grund möglichst glatt sein, damit etwa die Ärmel nicht stecken bleiben, sondern gleiten können. Das passiere zum Beispiel bei rauem Fleece. „Hier empfiehlt sich ein Stretch-Fleece mit Elastan-Anteil, der eng anliegt und eine glatte Oberfläche hat.“

Die dritte Lage: Der Wetterschutz

Diese Lage wehrt vor allem Nässe ab und wird an trockenen, weniger kühlen Tagen nicht unbedingt gebraucht. Sie sollte Gore-Tex oder ein ähnliches Material beinhalten. Oftmals sind die Jacken gefüttert. Nötig ist das jedoch nicht, wenn man das Zwiebelprinzip anwendet, denn die zweite Schicht übernimmt die Fütterung. Sollte die dritte Schicht dennoch gefüttert sein, kann man auf die zweite verzichten.

Für Skihosen gilt das allerdings nicht: An den Beinen trägt man nur Funktionswäsche. Die Hose sollte entsprechend nicht nur wasserdicht sein, sondern auch warm halten.

Mit der richtigenAusrüstung auf den Berg: Einige praktische Helfer, die den Skitag noch angenehmer machen

Wer in den Winterurlaub fährt, braucht aber durchaus mehr als nur warme Kleidung und die richtige Gesichtspflege. Manch ein Extra macht die Tage im Schnee komfortabler. Hier eine kleine Übersicht:

Skitag planen

Wie sind die Bedingungen am Berg, welche Lifte fahren? Die App „Skiinfo Ski und Schneehöhen“, auch „Ski & Snow Report“ genannt, ist kostenlos und liefert Ski- und Snowboard-Fahrern Informationen zu mehr als 2.000 Skigebieten, etwa zur Wetterlage vor Ort und ob Neuschnee gefallen ist. Dazu lassen sich Pistenpläne oder Webcams im Gebiet einsehen.

Touren planen

Über die App oder Website „Alpenvereinaktiv.com“ sind mehr als 3.000 Tourenbeschreibungen abrufbar - etwa für Ski Alpin, Langlauf oder Winterwanderungen.

Die Seite beschreibt Anfahrt und Verlauf und liefert dazu GPS-Track, Karten, Fotos, Schwierigkeitsgrad und Höhenmeter, erklärt Jochen Brune vom DAV. Die Steilheit der Hänge wird den Nutzern durch farbige Abstufungen verdeutlicht. Die Basisversion der App ist kostenlos.

Zu jeder Tour gebe es den Lawinenlagebericht der offiziellen Lawinenwarndienste, erklärt Brune weiter. Wintersportler planen etwa am Desktop ihre eigene Tour und übertragen sie dann auf die App. In der kostenpflichtigen Pro-Version sind die Touren auf dem Smartphone auch ohne Mobilfunknetz verfügbar. Die App lässt sich Brune zufolge wie ein digitales Tagebuch nutzen; sie zeichnet die Tour und Höhenmeter auf oder ordnet Fotos den jeweiligen Orten zu.

Smartphone schützen und Strom sparen

Auf der Piste schützt man sein Smartphone lieber mit einer stoßfesten Hülle. Lisa Brack empfiehlt eine Neoprentasche gegen Nässe. Außerdem wichtig: Das Smartphone immer nah am Körper tragen, zum Beispiel in der Brusttasche der Skijacke, um es warm zu halten. Denn die Akkukapazität nimmt mit sinkender Temperatur rapide ab. Sollte der Akku doch schlapp machen, ist es ratsam eine Powerbank dabei zu haben. Das Smartphone kann aber auch, wenn man es gerade nicht braucht, in den Flugmodus versetzt werden, um zusätzlich Strom zu sparen.

E-Kleidung wärmt

Wie aber das Smartphone bedienen mit dicken behandschuhten Fingern? Hier empfehlen sich Handschuhe mit einer speziellen Beschichtung an den Kuppen. So lässt sich das Handy gut bedienen - und die Hände bleiben dennoch warm. Beheizbare Skischuhe, Socken, Einlegesohlen und Westen machen den Wintersport noch angenehmer.

Auch die Haut will im Skiurlaub richtig versorgt werden

Schutz für die Haut

Skifahren ist nicht nur sportlich herausfordernd, auch die Haut wird stark beansprucht. Eine gute Pflege schützt vor Trockenheit und Sonnenbrand.
Wintersportler sollten fetthaltige Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden. Die Fettsalbe sorgt dafür, dass die Haut auch bei eisigen Temperaturen und schneidendem Abfahrtswind nicht austrocknet. Der hohe Lichtschutzfaktor ist nötig, weil die Sonneneinstrahlung in alpinen Höhen besonders intensiv ist.
Auch die Lippen trocknen bei diesen Extrembedingungen schnell aus, deshalb sollte ein Lippenbalsam mit hohem Lichtschutzfaktor auf keinen Fall vergessen werden. Bei besonders spröden Lippen nach dem Skifahren kann man auch zu einem altbekannten Hausmittel greifen: Honig.
Wer sich während einer Pause von der Piste in einem beheizten Raum ausruhen möchte, sollte besonders fetthaltige Cremes aber wieder entfernen, damit die Haut richtig atmen kann.
VIOLA RÜDELE (DPA)/LJ