TRIER
CHRISTIAN SPIELMANN

„Monty Python’s Spamalot“ unter freiem Himmel in Trier

Der Film „Monty Python and the Holy Grail“ kam 1975 in die Kinos. In den Hauptrollen die chaotische Monthy-Python-Truppe: Graham Chapman, John Cleese, Eric Idle, Terry Gilliam, Terry Jones und Michael Palin. Ihr einzigartiger britischer Humor hat die Jahrzehnte überlebt, und auch noch heute werden die Lachmuskeln strapaziert. Eric Idle erschuf aus der Geschichte 2004 das Broadway-Musical „Spamalot“, wobei es sich bei „spam“ um gepresstes Frühstücksfleisch handelt, und „lot“ die letzte Silbe des Wortes „Camelot“ ist, dem sagenhaften Schloss von König Artus. 2009 kam das Musical nach Köln in einer Übersetzung von Karlheinz Freynik. Mittlerweile wurde das Buch von Daniel Große-Boymann überarbeitet, und die neue Fassung wird dem britischen Humor gerechter.

In Trier hat man sich entschieden, das Musical unter freiem Himmel zu spielen. Im Quadrathof des Priesterseminars hat man zu diesem Zweck eine 650 Zuschauer fassende Tribüne aufgerichtet. Das Ensemble spielt unter der Regie von François Camus im Stil der Original-Truppe, der Ton klingt gut in diesem offenen Areal, so dass nur der Regen den Spaß verderben kann - und dann wird eben im Theater gespielt.

Von Schwalben und tapferen Rittern

Ein Historiker (Paul Behrens) erklärt den Zuschauern kurz die historischen Umstände im Jahr 932, als König Artus (Gideon Rapp) sich zusammen mit seinem Diener Patsy (Michael Hiller) auf die Suche nach mutigen Rittern für seine Tafelrunde macht. Dabei macht Patsy die Geräusche der Pferdehufe mit zwei halben Kokosnussschalen nach. Zuerst treffen sie zwei Wachposten, die sich streiten, ob eine Schwalbe die Kokosnuss aus einem tropischen Land mit nach England hätte bringen können. Dann rekrutieren sie nacheinander Robin (Martin Geisen), Lancelot (Benjamin Schardt), Dennis Galahad (Dimetrio-Giovanni Rupp) und Belvedere (Klaus-Michael Nix). Die Fee aus dem See (Stephanie Theiß) macht aus dem hässlichen Dennis einen schmucken Ritter und erweist sich in der Folge als nützliche Helferin. Gott befiehlt Artus, den Heiligen Gral zu suchen. So macht sich die Trödeltruppe auf die Suche auf allen Kontinenten, bevor sie von Franzosen mit Can-Can, Baguettes und Marcel Marceau attackiert werden. Sie treffen die Ritter vom „Ni“ und müssen schließlich ein Broadway-Musical aufführen, bevor sie am Ziel ihrer Suche ankommen.

Auch auf Deutsch ziemlich witzig

In erster Linie muss man bemerken, dass die exzentrischen Witze der Monty Python auch in der deutschen Übersetzung ihre Wirkung nicht verfehlen. Das Bühnenbild besteht aus den Konturen einer Burg, auf deren Türme zum Beispiel die Franzosen die Briten verhöhnen und sie mit einer „vache“ beschießen. Auf der Bühne selbst sitzt das Orchester in zwei getrennten und überdeckten Buden im Hintergrund, was etwas stört. Ein leicht durchsichtiger Vorhang, der sie verdecken würde, wäre hier von Vorteil. Da man nicht auf die Nützlichkeiten einer Theaterbühne zurückgreifen kann, müssen Bühnenarbeiter die Umbauten vornehmen, oft hinter geschlossenem Vorhang.

Gideon Rapp spielt den Artus mit ernster Miene, was sicher nicht leicht fällt, und kann auch stimmlich gefallen. Interessant ist auch die Darstellung von Michael Hiller als Diener Patsy, dem die Ehre zukommt, den absoluten Evergreen der Monty Python anzustimmen, „Always Look on the Bright Side of Life“ (aus dem Film „Life of Brian“), der zum Teil auf Englisch gesungen wird. Stephanie Theiß forciert ihre Stimme etwas, so dass ihre Fee an Natürlichkeit verliert. Zudem kann Robin Jentys als noch-nicht-toter-Fred, Nonne oder schwuler Herbert in allen Belangen voll und ganz überzeugen. Insgesamt macht das spielfreudige Ensemble „Monty Python’s Spamalot“ zu einem sehenswerten Vergnügen.

Das Priesterseminar befindet sich auf der Nummer 13 in der Jesuitenstraße in Trier. Die letzte Vorstellung ist am 3. Juli im Theater selbst. Tickets und weitere Informationen findet man unter der Internetadresse www.theater-trier.de. Hier wird auch darüber informiert, ob die Vorstellung unter freiem Himmel stattfindet oder im Theater, falls es regnet.