VAL D’EGA (ITALIEN)PATRICK VERSALL

Val d’Ega: Winterurlaub im UNESCO Weltnaturerbe

Keine Lust auf Ballermann im Schnee? Auf ellenlange Warteschlangen vor den Skiliften? Dann würde sich ein Abstecher in die Dolomiten anbieten, zum Beispiel in die Val d’Ega unweit der italienischen Landeshauptstadt Bolzano, in der die beiden Skigebiete Obereggen und Carezza eingebettet sind. Über eine gut befahrbare Bergstraße gelangt man bequem per Auto in den kleinen Ort Obereggen, eine von sieben Ortschaften in der Val d’Ega, wo den Wintersport-Urlaubern über 50 Pistenkilometer vor dem Panorama des Latemar-Massivs erwarten. Zählt der Ort abseits der Hochsaison nur ein paar Dutzend Einwohner, so steigt die Einwohnerzahl in den Wintermonaten rasch um ein vielfaches an. Da zahlreiche Hotels in direkter Nähe zu den Skipisten liegen, haben Skianfänger wie auch „alte“ Skihasen die Gelegenheit, nach dem Frühstück nahezu aus dem eigenen Hotelzimmer heraus in das weiße Vergnügen einzutauchen.

Frischer Pulverschnee

Im Zentrum der Ortschaft, leicht erreichbar für alle Hotelgäste befinden sich Sessellifte und eine Kabinenbahn, die den Wintersportler bis auf eine Höhe von über 2.500 Metern bringen. Derweil manches Wintersportgebiet bis in den Dezember hinein die Hänge mit Schneekanonen beschneien muss, können sich die Südtiroler schon zu Beginn der Wintersaison über eine erste Schneedecke freuen.

Es sei schon kurios, bemerkt Hotelier Günther Thaler, dass die Dolomiten in den letzten Jahren mehr Schnee bekommen hätten als früher, während andere Bergregionen in Europa über Schneearmut klagen. Avanciert der Geheimtipp Val d’Ega zum neuen winterlichen Hot Spot? Die Val d’Ega ist jedenfalls bestens auf einen Gästeansturm vorbereitet: Die Liftanlagen sind auf dem neusten Stand der Technik, die Pisten bestens präpariert, die Vier-Sterne-Häuser dominieren die Hotellandschaft. An Bars, in denen der Gast den Skitag ausklingen lassen kann, fehlt es in Obereggen auch nicht.

Nächtliche Abfahrt

Für diejenigen, die nach dem Abendessen noch Appetit auf sportlichen Pisten-Spaß haben, hat der Tourismusverein das Nachtskifahren unter Flutlicht eingeführt. Dienstags, donnerstags und freitags bringt die Gondelbahn das Pistenvolk ab 19.00 zur Obereggen-Abfahrt; die rote, mittelschwere Piste ist an diesen Tagen bis 22.00 geöffnet. „Vor zehn Jahren haben wir angefangen, das Fahren unter Flutlicht anzubieten, allerdings fand es zum damaligen Zeitpunkt nicht jede Woche statt“, erklärt Helene Thaler von Eggental Tourismus. Schnell trug man der steigenden Nachfrage Rechnung und öffnete wöchentlich an drei Abenden. „Viele Tagesgäste kommen beispielsweise aus Meran zu uns hoch, um gemeinsam mit Bekannten in einem der Restaurants zu essen, um dann anschließend ein paar Abfahrten zu machen“, so die PR-Frau weiter.

Knapp 20 Autominuten hinter Obereggen liegt das Carezza-Skigebiet, das der Skifahrer mit einer modernen, erst kürzlich in Betrieb genommenen Kabinenbahn vom Ort Welschnofen aus erreicht. Die erfahrenen Skifahrer können am Ende einer 3,6 Kilometer langen Seilbahnfahrt ihre Reise in einem Vierer-Sessellift hinauf bis zur auf fast 2.400 Metern gelegenen Berghütte fortsetzen.

In der Skihütte mit Restaurant-Lounge werden erstklassige Weine aus Norditalien kredenzt. Allerdings sollte man nicht zu tief ins Weinglas schauen: Der erste Teil der Piste, der einen zurück zur Talstation führt, ist schwarz bis tiefschwarz. Das Carezza-Gebiet ist nahezu prädestiniert für Familienurlaube: Die Pisten sind vergleichsweise breit und alles andere als überbevölkert.