Europäische Mobilitätswoche steht im Zeichen der Entkarbonisierung

Die Pandemie macht auch vor der Europäischen Mobilitätswoche in Luxemburg nicht halt. Während die Mobilität als Ganzes durch den Lockdown eine Veränderung zu Gunsten des Fahrrads durchmachte, beteiligen sich dieses Jahr weniger Gemeinden an der Mobilitätswoche. Waren es 2019 noch 36 Gemeinden, die sich hieran beteiligten, sind es dieses Jahr lediglich 19. Trotzdem wird diese Beteiligung bereits als Erfolg gefeiert, laufen die Vorbereitungen für diese Woche immerhin mitten in der Pandemiezeit an.

Zwei „Golden Cities“

Lichtblicke gibt es natürlich auch. Zwei Gemeinden qualifizieren sich auf ein Neues für den Titel „Golden Cities“. Damit sind jene Gemeinden gemeint, welche eine ganze Woche Animationen anbieten, eine oder mehrere permanente Neuerungen einführen und vorzugsweise zum 22. September eine oder mehr Hauptstraßen der Gemeinde komplett für den Verkehr schließen. Dabei sind Bissen, welche den Titel bereits fünf Mal tragen durften, und das sich in der Nähe befindliche Mertzig, welche den Titel bereit zwei Mal inne hatte.

Drei Gemeinden nehmen an der „Journée sans voiture“ teil: Neben den beiden Musterschülern Bissen und Mertzig findet sich hier auch Esch/Alzette. Lediglich Bissen schließt seine Straßen am 22. September, die beiden anderen Teilnehmer dafür am 20. September.

Entkarbonisierung im Mittelpunkt

Weniger mit dem Auto fahren, das ist für Mobilitätsminister François Bausch schön und gut. Ihm wäre es lieber, man würde auf vollkommen entkarbonisierte Verkehrsmittel zurückgreifen - was auch der Fokus der diesjährigen Aktion ist. Und zu denen gehört natürlich auch das Fahrrad, das in Zeiten der Pandemie einen unglaublichen Aufschwung verzeichnen kann. „Das Fahrrad hat dieses Jahr einen besonderen Stellenwert bekommen“, meinte der Minister auf der Pressekonferenz am Montag. Der Aufschwung beim Fahrrad sei nicht nur von kurzer Dauer gewesen, sondern habe den Lockdown überdauert. „Wir sehen, dass die Fahrradlobby immer größer wird und mehr Forderungen stellt“, erklärte der Minister weiter. Das Fahrrad sei besonders für Luxemburg mit seinen vielen kurzen Wegen interessant. Die Gemeinden würden hier eine sehr wichtige Rolle spielen, was sich besonders im Vëlosummer gezeigt habe, welcher ein enormer Erfolg für alle Beteiligen darstellte. „Wir werden das nächstes Jahr noch einmal organisieren“, kündigte der Minister an und hofft, dass sich im kommenden Jahr dann auch mehr Gemeinden daran beteiligen würden. Was das Konzept der Mobilitätswoche angeht, meinte der Minister auch, dass man das Konzept einmal überdenken sollte. Denn man hätte beim Ziel, die Menschen für die Multimodalität zu sensibilisieren, eigentlich schon alles erreicht.

Seitens der Gemeinden wird die Begeisterung für das Fahrrad mitgetragen. Der Präsident des Gemendesyndikats SYVICOL, Emile Eicher, unterstrich auf der Pressekonferenz die Bedeutung des Vëlosummers, auch für den heimischen Tourismus.

Neuerungen und Verbesserungen

Neben diesen Aktionen und einer generellen Liebeserklärung dem Fahrrad gegenüber, nutzt man die Gelegenheit der Mobilitätswoche auch, um einige neue Projekte vorzustellen. So wurde die Seite mobiliteitswoch.lu generalüberholt und das Projekt „mConcept“, das Unternehmen bei der Mobilitätsplanung helfen soll, gestartet. In Zusammenarbeit mit Esch2022 wurden mit Mike McQuaide („An American in Luxembourg“) Videos produziert, welche das Fahrrad und den Minett-Tour promoten sollen.

Die Mobilitätswoche ist natürlich nur Teil einer größeren Initiative, welche sich für die Multimodalität einsetzt. Vom 10. bis 30. September findet auch die „Tour du Duerf“ in mehreren Gemeinden statt. In der Hauptstadt werden bei „E Kaddo fir de Vëlo“ Säcke mit Goodies an Fahrradfahrer verteilt. Am 18. September wird außerdem vom Minister Bausch eine mBox in Hesperingen und zweit Tage später eine in Munsbach eingeweiht. Dort startet am gleichen Tag auch der sogenannte „Vëlostour“.