Filmproduktionsfirmen stellen sich viele wie kleine Traumfabriken Marke Hollywood vor. Die Realität ist natürlich etwas nüchterner, auch wenn man sich bemüht, die Träume der Kunden wahr werden zu lassen. Alex Gierenz und Romain Gierenz, die Gründer der Filmproduktionsfirma Black Phoenix SA, erlaubten uns einen Blick hinter die Kulissen.
Gemeinsame Ziele
Wie genau läuft eigentlich ein solcher Auftrag ab? Nach einem ersten Kontakt zwischen dem Kunden und der Firma kommt es zu einem ersten Beratungsgespräch. „Wir treten mit sehr viel Respekt an den Kunden heran, wollen verstehen, wie der Kunde denkt und was er genau haben möchte“, beschreibt Alex Gierenz den Anfang des Prozesses. Der Kunde wird quasi wie ein Teammitglied mit ins Boot genommen. „Wir haben ein gemeinsames Ziel vor Augen: Einen Film erschaffen, welcher der Kunde nicht nur sieht, sondern auch spürt“, erläutert Alex Gierenz weiter und hält fest, dass es allen voran darum geht, die von den Kunden gesetzten Ziele zu erreichen, denn ein Image- oder Werbefilm kann ein sehr machtvolles Marketing-Instrument sein. Diese Wünsche und Ziele werden im Rahmen von Beratungsgesprächen gesammelt, noch bevor das eigentliche Konzept ausgearbeitet wird. Das fertige Konzept wird dann, samt Budgetvorkalkulierungen, präsentiert. Die Maxime ist hier für Alex Gierenz klar: „Der Kunde hat hier stets das letzte Wort.“ Auch danach wird der Kunde auf dem Laufenden gehalten, so erhält dieser vor dem ersten Drehtag eine Dokumentation über den Ablauf des Drehtags.
Auch für die anschließende Verbreitung des Filmes werden Vorschläge gemacht. Dabei macht es bei der eigentlichen Produktion schon einen Unterschied, ob es sich dabei um einen Werbefilm oder um Kurzfilme handelt. Werbefilme sind meistens innerhalb von drei bis vier Wochen fertig, wobei der eigentliche Dreh meistens zwischen einem und drei Tage in Anspruch nimmt. „Die Vorarbeit und die Postproduktion nehmen am meisten Zeit in Anspruch. Kurzfilme werden meist über Monate hinweg produziert, dies resultiert jedoch aus der Notwendigkeit, dazwischen die anderen Projekte zu beenden“, erklärt Romain Gierenz. Bleibt denn da noch viel Zeit für Spielfilme? Anscheinend ja, denn laut Romain Gierenz läuft für eines der eigenen Projekte dieses Jahr eine heiße Phase an: „Mitte des Jahres werden wir die Crowdfunding-Kampagne für unseren zweiten Spielfilm ’General Pimp‘ starten“, kündigt Romain Gierenz an. Dabei handelt es sich um einen Endzeit-Genrefilm, der komplett in Englisch gedreht wird. Beim Crowdfunding können sich Privatpersonen an der Finanzierung beteiligen und dabei eine DVD oder Blu-Ray des Filmes sowie Goodies als Belohnung erhalten.
Customer 2.0
Man ist in etwas mehr als fünf Jahren also ziemlich weit gekommen. Rückblickend muss Alex Gierenz schon feststellen, dass es innerhalb der Industrie einige Veränderungen gegeben hat:. „Das Internet ist heutzutage viel enger an die Unternehmen gebunden, bedingt durch die enormen Möglichkeiten, etwa durch Social Networks, Cross Media Kampagnen und bei Webseiten, die ständig upgedatet werden. Die Firmen stellen sich auf den Customer 2.0 ein.“ Den Stellenwert der luxemburgischen Filmindustrie schätzt man positiv ein: So freut man sich über die internationalen Preise und denkt, dass die Industrie auch weiterhin viel Potenzial für die Zukunft bereit hält.





