CLAUDE KARGER

Sensationell! Da wurden ein Staatschef und drei Regierungschefs doch tatsächlich nach dem EU-Gipfel am Mittwochabend in Brüssel gemeinsam bei „einem Absacker“ bei Bier und Fritten gesichtet, wie das „Wort“ meldete. Und der luxemburgische Premier, wohl noch im Freudentaumel nach der Rettung der Dreierkoalition, soll sogar die Spendierhosen angehabt haben. Noch sensationeller wäre gewesen, wenn auch Insel-Theresa mit Pommes geknabbert hätte... Aber gut, wie lautet doch der „Sproch vun der Woch“, die sich die bisweilen schelmisch aufgelegten Macher des Luxemburg-Portals extra für die Nachwahlwoche überlegt haben: „Et muss ee mat deene Meedercher danzen, déi do sinn“. Mit der CSV tanzen will indes keiner, auch wenn der Noch-Chef gestern „mit ungewohnt passionierter Stimme“ - so das „Wort“, dessen Leitartikler gar eine Partei „im Angriffsmodus“ beschrieb - forsch-motzend behauptete, dass eine weitere „Dreier“ ohne Orange „nicht gewählt“ worden sei und inbrünstig darauf hofft, dass die Genossen implodieren. Etwas spät für Attacke freilich. Wie das „T“ gestern herausfand, habe sogar die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung den Brüdern aus Luxemburg in einem Rapport fehlenden „Kampfgeist“ attestiert und sieht das „Mitte-Links-Bündnis“ als gebongt. Autsch. Wieviele Absacker man sich wohl schon im orangen Lager genehmigt hat?