LUXEMBURG
LÉON GLODEN

Die Mosel gehört zu den beliebtesten Tagesausflugs- und Reisezielen nicht nur in Luxemburg, aber derzeit ruht auch dort alles. Zu den wichtigsten Akteuren gehört die „Entente touristique de la Moselle luxembourgeoise“, ein Zusammenschluss von Gemeinden und Fremdenverkehrsvereinen, die gemeinsam für touristische Aktionen an der Mosel sorgen. Das Aushängeschild ist das Restaurantschiff „Princesse Marie-Astrid“. Zur aktuellen Situation und zu dem was geht und vor allem was nicht geht, bezieht der Präsident der Entente, Léon Gloden, klar Stellung.

„In der heutigen Vorstandsitzung (am 6. Mai d. R.) haben wir uns dazu entschieden, dass unser neuester Event ‚Mosel in Flammen‘, der im Oktober 2020 in Anlehnung an ‚Rhein in Flammen‘ zum ersten Mal stattfinden sollte, ausfallen muss. Neue Termine sind der 1. und der 2. Oktober 2021. Wer schon Tickets erworben hat, kann diese bis zum nächsten Jahr behalten, sie bleiben gültig.

Nach der sehr vorsichtigen Aussage des Premiers über die mögliche Öffnung von Restaurants ab dem 1. Juni werden wir unser Schiff von diesem Zeitpunkt an wieder fahren lassen. Allerdings unter Beachtung der Abstandsregeln mit maximal 120 Fahrgästen, der Hälfte der üblichen Sitzplatzkapazität. Veranstaltungen auf der ‚Marie-Astrid‘ wie Soireen oder Hochzeiten, geplant und gebucht für 2020, fallen aus und müssen auf das nächste Jahr verschoben werden. Die Gäste und Kunden haben aber viel Verständnis für diese Maßnahmen.

Derzeit sind die Mitarbeiter des Schiffs in Kurzarbeit (chômage partiel), für Mai konnten wir das Kurzarbeitergeld noch auf die volle Höhe des Gehalts aufstocken – noch. Denn die Entente wurde ausgerechnet zu dem Zeitpunkt von der Krise getroffen, als die Zehnjahresdurchsicht des Schiffes absolviert werden musste, was Kosten von 100.000 Euro mit sich brachte.

Für die ganze Mosel gilt: Es sind keine Touristen da. Das ORT versucht, die potenziellen Gäste per eMail und Newslettern bei Laune zu halten, ganz nach dem ausgegebenen Motto ‚Vakanz doheem.‘ Wir hoffen, dass das gelingt.

Die Situation ist alles anders als einfach. Die Restaurants können sich noch ein bisschen per Take-out behelfen, gut geht es ihnen trotzdem nicht. Die Winzer leiden ohne Verkauf an die Gastronomie, aber ganz besonders fürchten wir um die Existenz der kleinen Cafés – dort bietet sich ein düsteres Bild.

Wir müssen auch eine so traditionsreiche Veranstaltung wie das Trauben- und Weinfest in Grevenmacher absagen. Der Termin ist zwar erst später im Jahr, aber das Risiko ist zu hoch. Abgesehen davon, dass sich jetzt auch die Sponsoren – verständlicherweise - zurückhalten. Aber es ist vor allem die Masse an Menschen, die uns Sorgen macht. Wir brauchen kein zweites Ischgl.

Aus dem gleichen Grund werden die Wellensteiner Kirmes und die Krönung der Rieslingkönigin in Wormeldingen ausfallen. Andere Veranstaltungen, etwa Keller-Tage, können unter Beachtung der Abstandsregeln vielleicht stattfinden.“