LUXEMBURG
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Morgen findet das Staatsbegräbnis des ehemaligen Staatsoberhauptes statt

Am vergangenen 23. April verstarb Großherzog Jean, der Luxemburg von 1964 bis 2000 regiert hatte. Im Jahr 2000 dankte er zugunsten seines Sohnes, des Großherzogs Henri, ab - erfreute sich aber nach wie vor großer Beliebtheit im Volk. Er hinterlässt fünf Kinder, 22 Enkel und inzwischen schon 15 Urenkel - die nun um ihr Familienoberhaupt trauern.Bis heute ist der Sarg des Verstorbenen im großherzoglichen Palais aufgebahrt, um den Menschen ein Abschiednehmen zu ermöglichen (von 10.00 bis 12.00 und von 14.00 bis 16.00). Es herrscht Staatstrauer bis zum 4. Mai.

Vertreter vieler Königs- und Adelshäuser werden morgen erwartet, um an der Trauerfeier für Großherzog Jean in der Kathedrale teilzunehmen.

Um 11.00 beginnt der Gottesdienst. Nach der Trauerfeier wird der großherzogliche Hof eine sechswöchige Trauerphase absolvieren.

Der Trauerzug

Um 10.00 werden sich die nationalen Autoritäten - die Mitglieder der Abgeordnetenkammer, der Regierung, des Staatsrates, der Magistratur sowie des Schöffen und Gemeinderates der Stadt Luxemburg - zu Fuß ab dem Place Clairefontaine durch die Rue Notre-Dame und die Rue de l’Ancien Athénée zur Kathedrale begeben. Ab 10.30 fahren die Vertreter der Königshäuser und die Staatschefs mit dem Auto vor der Kathedrale vor.

Um 11.00 verlässt der eigentliche Trauerzug das Palais, um sich durch die Rue de la Reine, die Rue du Fossé und die Rue Notre-Dame zur Kathedrale zu begeben. Der Zug setzt sich  in dieser Reihenfolge zusammen aus: der Polizei, der Militärmusik, der Armee, den kirchlichen Würdenträgern, den Ordensträgern, dem Sarg mit den sterblichen Überresten von Großherzog Jean, gefolgt von dem großherzoglichen Paar, dem erbgroßherzoglichen Paar, den anderen Kindern von Großherzog Jean mit ihren Ehepartnern, den Enkelkindern von Großherzog Jean mit ihren Partnern und den Urenkeln des verstorbenen Staatschefs, den luxemburgischen Autoritäten, den Würdenträgern des großherzoglichen Hofes und der Polizei.

ZUM STAATSBEGRÄBNIS VON GROSSHERZOG JEAN

Die erwarteten royalen Gäste

Aus Belgien werden König Philippe und Königin Mathilde, König Albert und Königin Paola sowie Prinzessin Astrid und Prinz Lorenz, Prinz Laurent, Prinzessin Léa und Prinzessin Elisabeth erwartet. Aus Dänemark wird Königin Margrethe an der Trauerfeier in Luxemburg teilnehmen. Aus den Niederlanden wird die ehemalige Königin, Prinzessin Beatrix anreisen. Aus Liechtenstein werden Erbprinz Alois und Erbprinzessin Sophie erwartet. Das Vereinigte Königreich von Großbritannien wird von Prinzessin Anne, der Tochter der Queen, vertreten. Weiter werden der Herzog und die Herzogin von Gloucester erwartet. Aus Monaco reist Fürst Albert II. an. Aus Norwegen werden nicht nur König Harald und Königin Sonia erwartet, sondern auch die Schwester des Königs, Prinzessin Astrid. Aus Spanien werden König Juan Carlos und Königin Sophia anreisen. Aus Stockholm (Schweden) kommen König Carl Gustav und Königin Silvia. Noch während der Trauerfeier wird in Stockholm das Wappen Jeans vom Königspalast in die Riddarholm-Kirche gebracht und dort aufgehängt, weil Jean von Luxemburg ein Ritter des schwedischen Seraphinenordens war. Aus Jordanien werden Prinz Hassan und Prinzessin Sarvath sowie Prinz Rashid und Prinzessin Badi’a erwartet. Ferner sollen Prinz Jean, der Graf von Paris und Oberhaupt der ehemaligen französischen Königsfamilie, Dom Duarte Pio, Herzog von Braganza und Thronprätendent des ehemaligen Königshauses von Portugal, die Stellvertreterin der Krone aus Rumänien, Margareta, in Begleitung ihres Gatten Prinz Radu sowie Königin Anne-Marie als Vertreterin des Exil-Königshauses von Griechenland präsent sein.
AM RANDE

Gedenkfeier im Parlament

Heute um 14.30 findet eine Gedenkfeier für Großherzog Jean im Parlament statt, Erbgroßherzog Guillaume wird der Feier beiwohnen. Morgen ab 10.00 werden die Begräbnisfeierlichkeiten von Großherzog Jean auf einer Riesenleinwand am Place d’Armes übertragen werden. Morgen bleiben alle Schulen des Landes geschlossen, wie aus einer Mitteilung des Bildungsministeriums hervorgeht. Die Wettbewerbe und Examen des Musikunterrichts, die für morgen anberaumt waren, sind abgesagt und auf ein späteres Datum verlegt. Die CFL teilen mit, dass die für das Wochenende von 4. und 5. Mai vorgesehenen Arbeiten, die die Schließung der Eisenbahnstrecken zwischen Luxemburg-Sandweiler und Contern sowie zwischen Luxemburg und Dommeldingen vorsahen, auf ein späteres Datum verlegt sind.