LUXEMBURG
INGO ZWANK

Endlich den Führerschein machen können: Doch was muss dabei alles beachtet werden?

Es ist der Traum nach Mobilität und einer gewissen Freiheit: Max ist gerade 17 Jahre alt geworden - und er kann es - wie viele andere Jugendliche in seinem Alter auch - kaum erwarten, endlich den Führerschein machen zu können! Endlich eine Art von Unabhängigkeit erlangen und somit nicht mehr auf das „Taxi Mama“ angewiesen sein. Doch wie läuft das eigentlich ab, wo findet man die richtige Fahrschule? Was muss man alles im Vorfeld an Unterlagen heranbringen? Was hat es mit dem begleiteten Fahren auf sich? Wir haben hier einmal die wichtigsten Infos zusammengestellt. Zuerst einmal gilt: Wer einen Führerschein machen möchte, der muss sich - unabhängig davon, welche Klasse - zunächst an eine in Luxemburg zugelassene Fahrschule wenden und sich hier einschreiben. Einen Link zu allen anerkannten Fahrschulen findet man am Ende des Artikels. Diese leitet dann den entsprechenden Führerscheinantrag an die zuständige Stelle weiter. Die Voraussetzungen für den Führerscheinerwerb, insbesondere das Mindestalter (16 bis 21 Jahre), unterscheiden sich je nach Klasse. Die Fahrschule füllt den notwendigen Antrag aus und gibt auch an, ob sich der Führerscheinanwärter für das begleitete Fahren entschieden hat (siehe Infokasten).

Dann geht es ans Eingemachte: Wann kann man welchen Führerschein machen? Die praktische Prüfung kann jede Person ablegen, die das entsprechende Mindestalter erreicht hat: 16 Jahre für die Führerscheinklassen AM (Kleinkrafträder und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge), A1 (Leichtkrafträder und dreirädrige Kraftfahrzeuge mit einer Motorleistung von bis zu 15 kW) und F (Traktoren), 18 Jahre für die Führerscheinklassen A2 (Krafträder mit einer Motorleistung von bis zu 35 kW und einem Leistungsgewicht bis zu 0,2 kW/kg) und B (Kraftfahrzeuge zur Beförderung von höchstens neun Personen und mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen), 20 Jahre für Krafträder der Führerscheinklasse A, 21 Jahre für dreirädrige Kraftfahrzeuge der Führerscheinklasse A.

Erforderliche Belege für den Führerscheinantrag

Nachdem sich der nun vom elterlichen Dienst befreite Fahrneuling also entsprechend bei der Fahrschule seiner Wahl angemeldet und den Antrag unterschrieben hat, wird dieser Antrag samt den notwendigen Bescheinigen an die Führerscheinabteilung der „Société nationale de circulation automobile (SNCA)“ gesandt. Diesem Antrag muss ein aktuelles Passbild, ein ärztliches Attest (nicht älter als drei Monate), das auf einem vorgeschriebenen Formular von einem in Luxemburg als Allgemeinmediziner oder Facharzt der inneren Medizin zugelassenen Arzt ausgestellt wurde und durch das bescheinigt wird, dass der Führerscheinanwärter die erforderlichen körperlichen und geistigen Fähigkeiten aufweist; Verwaltungsgebührenmarken, einen aktuellen Strafregisterauszug (wenn der Anwärter zum Zeitpunkt der Antragstellung volljährig ist), die Unterschrift des Sorgeberechtigten, wenn der Anwärter zum Zeitpunkt der Antragstellung noch keine 18 Jahre alt ist, eine Kopie eines gültigen Ausweisdokuments, evt. Angabe des Namens und der Nummer des Führerscheins der Begleitperson (siehe dazu Infokasten - spezielle Bescheinigung vom Versicherer: Die Versicherungsgesellschaft bestätigt darin, dass die Kfz-Haftpflichtversicherung eventuelle Schäden durch Unfälle, die während des begleiteten Fahrens verursacht werden, abdeckt; gegebenenfalls eine Bescheinigung, mit der bestätigt wird, dass der Anwärter seit mindestens sechs Monaten in Luxemburg studiert) beigefügt werden.

Zwölfstündige theoretische Ausbildung

Um einen Führerschein zu bekommen beziehungsweise zur abschließenden Prüfung zugelassen zu werden, muss der Führerscheinanwärter eine mindestens zwölfstündige (sechs Stunden, wenn der Anwärter bereits einen Führerschein einer anderen Klasse besitzt) theoretische Ausbildung in seiner ausgewählten Fahrschule absolvieren, in der die allgemeinen Verkehrsregeln und die Besonderheiten der beantragten Führerscheinklasse behandelt werden. Die theoretische Ausbildung wird durch eine praktische Ausbildung ergänzt. Deren Dauer ist von der beantragten Führerscheinklasse und vom Fahrvermögen und Können des Anwärters abhängig. Besitzt der Fahrschüler bereits einen Führerschein einer anderen Klasse, kann sich dies ebenfalls auf die Dauer der praktischen Fahrausbildung auswirken.

Kosten für den Führerschein - hier Klasse B

Was die Kosten für den Führerschein angeht, so muss man beim Führerschein der Klasse B durchaus mit 1.200 bis 1.400 Euro rechnen ( je praktische Fahrstunde etwa 60 Euro, jede theoretische rund zehn Euro). Manche Fahrschulen bieten auch Fixpreise(inklusive Einschreibung und 16 Fahrstunden beispielsweise für 1.355 Euro) an - sich einfach im Vorfeld der Anmeldung bei der Fahrschule über die Kosten informieren oder die Homepage besuchen. Viele Fahrschulen haben hier ihre Preise aufgelistet.


Eine Liste der anerkannten Fahrschulen findet man unter tinyurl.com/LuxFahrschulen

-weitere nützliche Infos gibt es auch bei MyGuichet unter tinyurl.com/FuehrerscheinLux