LUXEMBURG
PINHO SERAFIM

Wenn die Ampel auf Grün schaltet, fährt man los - ist doch klar. Doch was, wenn sich der Verkehr auf der anderen Seite einer Kreuzung staut? Im Berufsverkehr kann man fast täglich beobachten, dass Autos Fußgängerübergänge und manchmal sogar ganze Kreuzungen blockieren, was den ohnehin zähen Verkehrsfluss auf luxemburgischen Straßen zusätzlich verlangsamt. Pinho Serafim hat im Ausland beobachtet, wie das Freihalten von Kreuzungen funktioniert und deshalb eine Petition gestartet, mit der sich der Autor für ein höheres Bußgeld und zwei Punkte für das mutwillige Blockieren von Kreuzungen ausspricht.

„Ich bin fast jeden Tag unterwegs und bemerke immer wieder im Alltag, dass Autofahrer Kreuzungen blockieren, auch wenn sie eigentlich sehen müssten, dass auf der gegenüberliegenden Seite der Kreuzung alles steht. Dadurch behindern sie nicht nur andere Verkehrsteilnehmer, die aus anderen Fahrtrichtungen über die Kreuzung wollen, sondern stellen auch ein Sicherheitsrisiko dar, etwa für Passanten, die an Autos vorbei die Kreuzung überqueren müssen und von anderen Verkehrsteilnehmern deshalb möglicherweise nicht oder zu spät gesehen werden. Auch Rettungsdienste und Polizei können durch solche Manöver wertvolle Zeit auf ihrer Fahrt zu Einsätzen verlieren.

Als ich in San Francisco und New York unterwegs war- immerhin Großstädte - habe ich festgestellt, dass dort eine ausgeprägte Disziplin für das Freihalten von Kreuzungen vorherrscht. Ich habe mir erklären lassen, dass dies an den sehr hohen Bußgeldern liegt, die für das Blockieren einer Kreuzung fällig werden. Mit dieser Petition will ich deshalb vorschlagen, das Blockieren einer Kreuzung mit einer Geldbuße von 145 Euro und zwei Punkten zu ahnden, statt wie heute lediglich 45 Euro dafür zu verlangen.

Ziel soll es sein, durch Abschreckung ein Umdenken hervorzurufen und den Egozentrismus, der uns ja irgendwie alle im Verkehr erwischt, zu überwinden. Den Leuten soll klar werden, dass sie in solchen Situationen nicht ihren eigenen, äußerst geringen Vorteil suchen sollen. Die Menschen sollen einfach weniger egoistisch handeln. Wenn die Ampel auf Grün schaltet, sich der Verkehr auf der gegenüberliegenden Seite der Kreuzung aber nicht auflöst, dann bleibe ich als Autofahrer eben stehen, sonst wird es teuer.

Sollte es irgendwann zu einer Erhöhung der Strafe für das Blockieren von Kreuzungen kommen, könnte man sich auch gut vorstellen, dass die Polizei zunächst in seiner Sensibilisierungsaktion Verkehrsteilnehmer auf ihr Fehlverhalten hinweist, bevor dann die repressiveren Maßnahmen greifen.“

Die Petition mit der Nummer 1067 kann noch bis zum 19. September auf der Webseite des Parlaments unterzeichnet werden