LUXEMBURG
SVEN WOHL

Angespielt: Disgaea 4 - A Promise revisited

Mittlerweile gibt es Spiele für fast jeden Geschmack: Sowohl für Action als auch für Simulationsfans gibt es genug Angebote und selbst Genres, die unlängst tot geglaubt waren, wie etwa das Fighting-Genre, haben mittlerweile ein Comeback hinter sich. Dann gibt es natürlich die Nischenspiele, allen voran die japanischen Rollenspiele, die zwar eine sehr aktive Fanbasis ihr Eigen nennen können, jedoch im großen Konzert der Spielewelt nur noch eine kleine Geigespielen.

Ein spezieller Geschmack

Die „Disgaea“-Reihe stellt hier nochmal eine separate Nische dar: Zum einem werden hier die Fans japanischer Rollenspiele angesprochen, zum anderen sollen aber auch Taktik-Spieler angelockt werden. Ein sehr spezifischer Geschmack, der die Reihe jedoch stets zu erfüllen wusste. Das ist beim neuesten Sprössling, der portablen Version des vierten Teiles auf der Vita, nicht anders. Fans sollten sich in jeder Hinsicht zufrieden mit dieser Version zeigen: Die Grafik ist hochauflösender Anime-Standard, der typische Humor kommt nicht zu kurz und die Herausforderung ist immer noch so groß, wie das bei den vorigen Teilen der Fall war. Im Vergleich zur Umsetzung des dritten Teiles für Sonys portable Konsole fällt vor allem auf, dass die Grafik nun einen Tick schärfer aussieht.

Während Fans hier finden werden, was sie schon immer an der Serie liebten, werden alle Neulinge schon relativ früh abgeschreckt: Gleich mehrere Tutorial-Missionen sollen den Spielern erklären, wie die internen Systeme funktionieren und selbst dann erfordert das Hineinarbeiten immer noch sehr viel Arbeit von den Anfängern. Zu viel, so das Gefühl, wird man doch relativ stark mit den verschiedensten Aspekten der Taktik bombardiert. Nein, einen leichten Einstieg beschert man hier den Spielern nicht. Und die lassen sich nicht allein mit der sehr lustigen und sehr sympathischen Geschichte, die ungewohnt politisch daher kommt, bei der Stange halten.

Obskurer Lusttöter

Was vielleicht auch einen wahren Lusttöter darstellt, ist die Tatsache, dass man nicht zu jedem Zeitpunkt abspeichern kann, was im Jahr 2014 absolut irritierend ist, sollte doch eigentlich insbesondere jedes portable Spiel diese Option bieten. Auch die Übersicht geht sehr gerne auf den Schlachtfeldern verloren und nicht immer erklären sich die Kettenreaktionen, die entstehen können, von selbst. Wie gesagt, Einblick in die innere Funktionsweise des Spieles erhält man erst nach und nach und selbst dann ist der Schwierigkeitsgrad heftig. Wer einen leichten Einstieg in das Genre haben möchte, sollte sich vielleicht an „X-Com: Enemy Unknown“ oder „Fire Emblem: Awakening“ wenden. „Disgaea“ ist und bleibt für Neulinge zu dicht und zu komplex. Für Fans der Serie kann aber diese portable Umsetzung voll und ganz empfohlen werden.