LUXEMBURG
LJ

BeeSecure: Warum Kinder mit Youtube nicht alleine gelassen werden sollten

Wo früher das Fernsehen als „Babysitter“ genutzt wurde, wird heute oft Youtube verwendet. Doch Kinder mit der Videoplattform alleine zu lassen, birgt Gefahren, schreiben BeeSecure und der SNJ, der „Service National de la Jeunesse“, in einer aktuellen Mitteilung.

Eigentlich gebe es genügend Videos mit kindgerechten Inhalten auf Youtube, als Kinder je anschauen könnten. „Leider gibt es aber auch noch viele Videos, die sich Kinder besser nicht ansehen sollten“, heißt es von den Organisationen.

Schlimmer noch: Einige Menschen würden sich offenbar einen Spaß daraus machen, Videos zu erstellen, um Kinder gezielt zu verstören. So seien es oft nur wenige Klicks von einem offiziellen Video mit einem Ausschnitt aus zum Beispiel einem Disney-Film zu einem Video, in dem die gleichen Helden sich gegenseitig foltern, verstümmeln oder gar töten. Manche dieser Filme würden den Originalen zum Verwechseln ähnlich sehen, teilt der SNJ mit.

„Es scheint, als wollten die Macher dieser Videos gezielt Kinder verstören. Das macht sich nicht nur durch die Videos an sich bemerkbar, sondern auch durch die Tatsache, dass die Videos eine bestimmte Länge und bestimmte Titel haben, die sie leicht auffindbar machen“, wie BeeSecure präzisiert.

Die Videos würden eine hohe Views-Zahlen aufweisen – was darauf deuten könnte, dass diese durch Bots erzeugt wurden. Solche Faktoren bewirken, dass die „platzierten Videos in die Autoplay-Listen und die Sidebar kommen, wenn man sich Kinder-Videos ansieht. Eine ähnliche Attacke auf den Youtube-Algorithmus lasse sich auch bei der Suche beobachten, bei denen Suchvorschläge mit pädophilem Inhalt angezeigt wurde – vermutlich, weil es gezielte Manipulation mit Bots gab, schreiben die Experten.

Worauf sollten Eltern achten?

Youtube hat mit „Youtube Kids“ ein spezielles Angebot für Kinder geschaffen. Aber auch hier sind nicht alle Inhalte sicher. Die Firma versuche, kindgerechte Inhalte besser zu kennzeichnen und zu katalogisieren, aber letzten Endes könnte man sich nie sicher sein, ob nicht doch eins der verstörenden Videos „durchrutscht“. Deswegen der Rat der Netzexperten: „Lassen Sie Kinder nicht mit Youtube, auch nicht mit Youtube Kids alleine!“

Man sollte mit seinem Kind über die Videos, die es auf Youtube schaut, sprechen und ihm erklären, dass es neben den vielen kindgerechten Inhalten auch viel auf der Seite gibt, dass es sich nicht ansehen sollte. Auch die Werbung bei Youtube sei nicht in allen Fällen kindgerecht, klären die Experten auf. „Wenn Sie Youtube benutzen wollen und Ihr Kind nicht die ganze Zeit beobachten wollen, können Sie im Vorfeld eine Playlist erstellen.“ Dabei sei es jedoch wichtig, dass man sicherstellt, dass das Kind nicht von der Wiedergabeliste „abspringen“ kann.

„Verwenden Sie andere Quellen oder Dienste als Youtube, um Kinder zu bespaßen“

Durch die Gefahren aufgeschreckt, die auf Youtube lauern, soll man sich bewusst sein, dass es auch Alternativen gibt. Die meisten kommerziellen Streaming-Dienste haben einen speziellen Kinder-Modus, der nur kindgerechte Inhalte anzeigt. Die Kindersendungen öffentlich-rechtlicher Medien wie der Kinderkanal oder okidoki werden ebenfalls gestreamt. Nutzen kann man auch traditionellere Medien wie DVDs, Downloads oder Kinder-Fernsehprogramme.

Am wichtigsten sei es, mit Kindern über ihren Medienkonsum zu reden und ihnen einen bewussten Umgang mit sämtlichen Medien, egal ob Fernsehen oder Streaming-Dienst, beizubringen.

Bei Fragen kann man sich an die BEE SECURE HELPLINE wenden - Telefon 8002 1234, montags bis freitags 9.00 bis 16.00.