LUXEMBURG
SOPHIE GLESENER, DIREKTORIN VON SOS VILLAGES D’ENFANTS MONDE LUXEMBURG

Seit der aufsehenerregenden Explosion im Hafen von Beirut am 4. August leiden zahlreiche Menschen. 300.000 sind ohne Obdach, darunter viele Kinder, rund 5.000 Menschen sind verletzt. Sophie Glesener, die Direktorin von SOS Villages d‘Enfants Monde Luxembourg, die erst im vergangenen Jahr den Libanon bereist hat, sorgt sich und bittet um Hilfe.
„Wir sind als Hilfsorganisation schon lange im Libanon aktiv; schon seit 60 Jahren und an fünf unterschiedlichen Orten. Die Organisation begleitet dort rund 1.200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in verschiedenen Programmen. Vor Ort unterhalten wir drei SOS Kinderdörfer und führen viele Familienstärkungsprogramme durch. Seit sechs Jahren kümmern wir uns auch um syrische Flüchtlinge im Libanon. Man darf nicht vergessen, dass dort rund 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge leben, hinzukommen noch rund 100.000 palästinensische Flüchtlinge. Seit 2017 sind wir auch im Bekaa Valley an der Grenze zu Syrien aktiv und führen dort unter anderem ein Bildungsprogramm in einem „Centre d’éducation et de formation professionelle“ für syrische Flüchtlingskinder durch. Die Situation war vorher schon schlimm, durch COVID-19 hat sie sich noch verschärft und jetzt kommt diese furchtbare Katastrophe hinzu.
Wir wollen unbedingt helfen und bitten deshalb um Spenden. Ich war im vergangenen Jahr dort und habe gesehen, wie Kinder im Januar in den Flüchtlingslagern in Zelten wohnten, oft ohne Schuhe. In den fast 20 Jahren meiner Tätigkeit war das eine meiner scherzhaftesten Reisen.
Da wir bereits ein Nationalbüro in Beirut haben, das trotz kleinerer Glas- und Holzschäden funktionstüchtig ist und über die SOS-Kinderdörfer verfügen, verfügen wir schon über die notwendigen Strukturen und lokalen Mitarbeiter. Wir haben eine große Kompetenz in Nothilfeprogrammen. Daher legen wir bei unseren Projekten den Fokus auf zwei Aspekte: Zum einen kümmern wir uns um alleinstehende Kinder und Jugendliche, deren Eltern tot oder nicht auffindbar sind. Wir nehmen sie ins SOS-Kinderdorf auf und betreuen sie dort auch psychisch.
Zum anderen verteilen wir Erste-Hilfe-Kits und Cash-Voucher. Mit diesen Gutscheinen können die Menschen Essen, Wasser oder Hygieneartikel bezahlen. Um helfen zu können, sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Die Situation ist sehr schwierig und das Leiden, besonders der Kinder, enorm. Wer spenden will, kann das an CCPL IBAN LU65 1111 0050 0053 0000; Stichwort Nothilfe Beirut.“