LUXEMBURG
NIC. DICKEN

Nach der Ankündigung, ab März kommenden Jahres werde der öffentliche Bus- und Zugverkehr für alle Bewohner des Landes gratis sein, hat Mobilitätsminister François Bausch Mitte der vergangenen Woche nachgelegt und eine generelle Neufassung des öffentlichen Personentransportes in Aussicht gestellt, die innerhalb von 24 Monaten umgesetzt werden soll. Der neuerliche Ansatz macht deutlich, dass es nach dem Ermessen des Ministers nicht reicht, mit tariflichen Verbesserungen für neue Attraktivität von Bus und Bahn zu sorgen, sondern das Transportangebot besser auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Bevölkerung angepasst werden muss, wenn sich der gewünschte Erfolg einstellen soll.

Sicher hat sich in den letzten gut 40 Jahren sehr viel getan im öffentlichen Transport. Wer sich noch erinnern kann, dass zweimal täglich, früh am Morgen und noch einmal in der Mittagsstunde, das „Postauto“ die ländliche Bevölkerung in die Stadt kutschierte und genau so oft wieder zurückbrachte, der hat in der Einführung des durch den RGTR in den 70er Jahren ermöglichten Stundentaktes eine enorme Verbesserung empfunden. Das gilt zwar nach wie vor, allerdings mit der Einschränkung, dass die zunehmende Verkehrsdichte und die damit verbundenen Verspätungen (mangels eigentlich erforderter regelmäßiger Abstimmung der Korrespondenzen und Anpassung an die neue Streckendauer) in der Zwischenzeit immer mehr Busbenutzer aus dem ländlichen Raum auf das eigene Auto hat umsteigen lassen. Wer zu einem festgelegten Termin von A abfahren und bei B ankommen wollte, konnte und kann sich auf das öffentliche Angebot kaum verlassen. „Pünktlich wie die Eisenbahn“, das war früher.

Dieses Manko zu beheben wird denn auch die vorrangige Aufgabe des runderneuerten RGTR-Systems sein, wenn man tatsächlich mehr regelmäßige und auch gelegentliche Pendler vom individuellen auf den kollektiven Personentransport zurückholen will.

Wir haben bereits mehrfach den Mangel an Dialog bedauert zwischen den Schaltstellen des RGTR und den im ländlichen Raum als prioritäre Vermittlungsstellen dienenden Gemeinden, die als erste mit Reklamationen und Klagen über die von den Benutzern festgestellten Unzulänglichkeiten befasst werden.

Es ist in diesem Zusammenhang denn auch begrüßenswert, dass der Minister vor einer definitiven Festlegung des neuen Verbundnetzes Gespräche mit den Gemeinden führen will. Genau so sinnvoll erscheint die Absicht, verstärkt auch in eine stärkere regionale Vernetzung zu investieren, womit einerseits die Verbindungen zwischen Nachbarortschaften und -gemeinden erleichtert, andererseits aber auch neue Routen für entferntere Reiseziele erwogen werden könnten.

Unverzichtbar ist auch eine bessere Abstimmung der Verbindungen: Wer gelegentlich eine Stunde lang auf den nächsten Anschluss warten muss, weil der Zubringer zum Umsteigeplatz Verspätung hatte, der pfeift mit der Zeit auf den Bus, auch wenn er dreimal nichts kostet.