LUXEMBURG
INGO ZWANK

Finanzspritze aus „Europa-Erbe-Fonds“ macht es möglich - Ideenwettbewerb startet

Trier bekommt eine große Statue, nämlich die von Karl Marx; Luxemburg bekommt bald acht - und zwar auf der renovierten „Pont Adolphe“. Dies geht aus einem interministeriellen Arbeitspapier hervor, das dem „Journal“ bereits vorliegt und am kommenden Montag zusammen mit einem Wettbewerb angekündigt werden soll.

Der Engelsbrücke gleich

Vorbild für die Gestaltung und Positionierung der lebengroßen Statuen auf der „Pont Adolphe“ soll - nach dem Papier - die Engelsbrücke in Rom sein. Sie gilt als die schönste Brücke, die den Tiber überquert. Ihren Stellenwert hat die Brücke durch die zehn Engelsstatuen, die im 17. Jahrhundert von Gian Lorenzo Bernini hinzugefügt wurden, daher auch der Name „Engelsbrücke“. So sollen auf der Pont Adolphe entsprechend acht lebensgroße Bronzestatuen aufgestellt werden, die mit der luxemburgischen Geschichte und dem Kulturerbe in Zusammenhang gebracht werden. Vier der acht „Plätze“ sind nach Kommissionsangaben bereits vergeben. Neben dem aktuellen großherzoglichen Paar, Henri und Maria Teresa, soll natürlich auch Großherzog Adolph I. , der am 14. Juli 1900 den Grundstein für die Brücke legte, einen würdigen Platz auf der Galerie des Bauwerks bekommen. Ebenfalls für seine immensen Dienste in Bronze gegossen werden, soll wohl EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, wenn dem internen Vorschlag gefolgt wird.

„Für ein integriertes Konzept fürdas kulturelle Erbe Europas“

Möglich wird dieser Ergänzungsbau durch den „Fonds zur Erhaltung des kulturellen Erbes Europas“, wozu die renovierte Brücke ohne Zweifel zählt, was auch aus der Mitteilung „Für ein integriertes Konzept für das kulturelle Erbe Europas“ aus Brüssel hervorgeht. In dieser Mitteilung plädiert die Kommission für einen stärkeren Fokus auf den kulturellen Sektoren, die Luxemburger Brücke werde auch durch dieses Projekt weiter aufgewertet, im materiellen und immateriellen Sinne bereichert. Auch denkmalschutzrechtliche Gründe werden entsprechend gewürdigt. So sollen die Statuen auf einem „gläsernen Schutzsockel“ aufgestellt werden, der die historische Brückenbaumasse abdecken wird, wie die Denkmalschutzbehörde „Sites et monuments nationaux“ im Anhang des Arbeitspapieres ausführt. Kosten alleine für die acht Sockelkonstruktionen: rund 200.000 Euro. Die restlichen knapp 800.000 Euro sollen auf die Bronzestatuen in Lebensgröße und für weitere Arbeiten an der Brücke verwendet werden.

Nach der obligatorischen EU-weiten Ausschreibung soll das Projekt schon Ende 2017 anlaufen und passend zum Jahrestag am 14. Juli 2018 abgeschlossen und enthüllt sein.

IDEENWETTBEWERB

Namens- und Statuenvorschläge werden jetzt angenommen

Vier Plätze sind auf der Brücke noch frei. Animiert durch das Publikumsvoting zur Namensgebung der Tram soll, wie erwähnt, ab Montag eine Internetseite, www.statue-fir-de-ponte-adolphe.lu , freigeschaltet werden, wo Vorschläge eingereicht und darüber abgestimmt werden kann. Ideen für die freien Stellen können aber auch unter info@mc.public.lu und dem Stichwort „Statue fir d‘ Ponte Adolphe“ direkt an das Ministerium gesendet werden (ab Montag, 12.00) - ob lebende oder bereits verstorbene Persönlichkeiten, die sich um das luxemburgische Erbe verdient gemacht haben, sei gleich, wie es in der Ausschreibung heißt.