LUXEMBURG
ROY OSTROWSKI

Drohnenfliegen ist inzwischen Hobby und Sport gleichermaßen. Die frei verfügbaren Copter können aber auch als Bedrohung für die allgemeine Sicherheit gewertet werden, wie ein Zwischenfall am Londoner Flughafen Gatwick zeigte; hier sorgte eine Drohne für die Lahmlegung des Passagierverkehrs – zu groß sei das Risiko, die Drohne könne von einem Flugzeug erfasst werden und Schäden anrichten. Klare Regeln müssen her – aber Regeln allein sind nur die Hälfte der Gleichung, betont Roy Ostrowski, Präsident des luxemburgischen Drohnenclubs FPVNation. 

 „Der Nutzer selbst muss stärker in die Verantwortung gezogen werden, soviel ist klar. Regulationen wie in Frankreich machen es vor: Alle Renncopter bis 800 Gramm sind dort nach den neuen Regeln zulassungsfrei, darüber wird zumindest ein theoretisches Examen fällig und für Profigeräte müssen künftig sogar praktische Kurse verpflichtend. Das soll verhindern, dass große und schwere Copter wie jene, die zu Filmaufnahmen dienen, die wirklichen Schaden anrichten können, in ungeübte Hände kommen. Dabei leisten wir auch unseren Beitrag, indem wir unsere Mitglieder im Verein auf die Verantwortung hinweisen und ihnen die nötigen Kenntnisse vermitteln, um Unfälle zu vermeiden.

All das tun wir seit rund drei Jahren. Ich kann deshalb aus Erfahrung versichern: In Luxemburg nimmt man das Thema der Flugsicherheit auch sehr ernst, die Aufsichtsbehörde leistet sich da keinen Fehler. So muss immer eine Flugerlaubnis angefordert werden, bevor wir unsere Copter starten lassen; das läuft also alles nach Vorschrift. Selbstverständlich dürfen Renndrohnen nicht ungefragt auf Privaatgrundstücken herumfliegen, dicht an Menschen vorbei rasen, öffentliche Plätze unsicher machen oder am Flughafen turnen.

Damit das in den Köpfen ankommt, braucht es vor allem Aufklärung. Allzu strikte Verbote wären nur eine Abstrafung all derer, die vorschriftsgemäß und verantwortlich mit ihren Renndrohnen umgehen. Ein vernünftiger Umgang mit den Renndrohnen (und eine Aufklärung über die echten Risiken, ohne Angst zu schüren) könnte die nötige Vorbildfunktion erfüllen und Verbraucher wie die mündigen Bürger, die sie sind, behandeln.  Solange die sich nicht bewusst sind, dass selbst die im Supermarkt frei erhältlichen Copter eben kein Spielzeug sind, sondern verantwortungsvoll geführt werden müssen, sind Zwischenfälle vorprogrammiert. Ein Verbot oder starke Regeln allein reichen nicht aus.“

Mehr Informationen unter fpvnation.org - facebook.com/fpvnation.org