PASCAL STEINWACHS

Der Luxemburg-Experte der Universität Trier scheint die großherzogliche Politik in den letzten Monaten Tag und Nacht im Auge gehabt zu haben, ansonsten er wohl kaum zu der messerscharfen Schlussfolgerung gekommen wäre, dass sich hierzulands „angesichts anfänglicher Regierungspannen, diverser Kommunikationsprobleme und schlechter Umfragewerte Katerstimmung“ breit zu machen scheine, wie die dpa den Experten gestern zitierte. Auch würden die zahlreichen Reformprojekte „erhebliches Risikopotenzial“ bergen, nämlich „Enttäuschungen in der Bürgerschaft aufgrund zu hoher Erwartungen“, derweil „im Regierungsapparat nicht selten Stress“ entstehe, „wenn zu viele Reformprojekte gleichzeitig abgearbeitet werden sollen“ - und gestresste Beamte sind bekanntlich noch unausstehlicher als enttäuschte Bürger.

Erfrischend ehrlich indes der gestrige Leitartikel des „Wort“-Politchefs, musste dieser doch eine Reihe von allzu forschen CSV‘lern daran erinnern, dass die Neugestaltung der kommunalen Finanzlandschaft ein Erbe sei, das die CSV Gambia hinterlassen habe: „Folglich könnte sich der Wind sehr schnell drehen und den einstigen Hausherren im Intérieur ins Gesicht wehen“. Wer ein Haus aus Steinen hat, sollte nicht auf Glas treten...