LUXEMBURG
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Wenn plötzlich das Reh auf der Straße steht

Im Herbst nehmen die Wildwechsel zu. Besonders in der Morgen- und Abenddämmerung, wenn die Tiere am aktivsten sind, kann es für Autofahrer brenzlig werden. So kommt es jährlich auf luxemburgischen Straßen zu einer erheblichen Anzahl von Wildunfällen. Man spricht von rund 1.200 pro Jahr, die aber meistens glimpflich enden und wo es beim Blechschaden bleibt.

Folgen eines möglichen Unfalls werden aber häufig unterschätzt. Ein Reh mit 20 Kilogramm Gewicht besitzt bei Tempo 100 ein Aufschlaggewicht von rund einer Tonne. Doch Wildunfälle lassen sich durch entsprechende Fahrweise vermeiden. Dazu sollte man auf jeden Fall die in Gefahrenbereichen aufgestellten Wildwechselschilder beachten, und in diesen Bereichen defensiv und bremsbereit fahren.

Oft reicht ein unglückliches Ausweichmanöver und das Fahrzeug landet am nächsten Baum oder im Gegenverkehr, daher sollte man solche Manöver unbedingt vermeiden. Auch die Politik musste sich schon mit dem Thema befassen. So wurde angeregt, ob es nicht sinnvoll und notwendig wäre, die Informationen der verschiedenen Akteure zu zentralisieren und gegebenenfalls eine nationale Karte mit Unfallschwerpunkten und gefährdeten Gebieten zu erstellen. Da es sich bei den registrierten Fällen und Unfallorten meist um öffentliche Straßen handele, liege dies im Aufgabenfeld der Straßenbauverwaltung, wie es aus dem zuständigen Ministerium heißt. Doch hier führt man bisher keine Statistiken über die Unfälle mit den Wildtieren, weder welche Art in welchen Unfall verwickelt ist, noch über die Orte, an denen besonders viele Unfälle mit Wildtieren geschehen. Um Unfälle zu verhindern, so geht die Straßenbauverwaltung jährlich die Absperrungen und Umzäunungen an den Autobahnen ab, um Abschnitte, die durch das Wachstum der Bäume oder auch durch Tiere beschädigt wurden, zu ermitteln und zu reparieren. Für das weitere Straßennetz ersetzt die Straßenbauverwaltung veraltete Straßenbaken durch neue mit Wildwarnreflektoren beziehungsweise warnt die Verkehrsteilnehmer durch das Verkehrszeichen „Wildwechsel“.