LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Mobilitätsministerium: Fahrdienst-Karten und Behindertenausweise ab Anfang März nicht mehr gültig - Infos zur Reform

Um ab März den Adapto-Dienst kostenlos nutzen zu können, muss ein neuer Antrag bei der Transportabteilung des Mobilitätsministeriums eingereicht werden. Im Umlauf befindliche Adapto-Karten und Behindertenausweise werden dann nicht mehr gültig sein, teilt das Mobilitätsministerium gestern mit. Ein neues Formular ist seit einigen Tagen auf der Webseite abrufbar (siehe Kasten).

Die erforderliche Neuanmeldung ist auch eine Folge abgeänderter Adapto-Nutzungsbedingungen. Mobilitätsminister François Bausch (déi gréng) hatte im November im Parlament gesagt, im bisherigen System gebe es zu viele Schlupflöcher. „Das große Prinzip muss lauten, dass diejenigen, die den Adapto wirklich brauchen, ihn unbegrenzt benutzen können.“

Laut Angaben des Ministeriums werden mit dem neuen Formular sowie medizinischem Zertifikat mehr Daten über die Mobilität und die Behinderung der Person verlangt. Dennoch würden aber alle Anfragen „von Fall zu Fall“ geprüft. Auch evolutive oder schwankende Krankheitsbilder sollen berücksichtigt werden, wenn also eine Person zum Teil noch selber fahren kann.

Über den Bedarf sollte eine in Aussicht gestellte Kommission mit Ärzten, Ergotherapeuten, Ministeriumsvertretern und Vertretern von Behindertenorganisationen befinden, die mit der Gesetzesvorlage 7490 über den öffentlichen Transport geschaffen werden soll. Auf „Journal“-Nachfrage heißt es aus dem zuständigen Ministerium, bis dahin sollen Entscheidungen in der eingerichteten Arbeitsgruppe getroffen werden.

Reservierung über Mobilitätszentrale

Wie angekündigt wird es künftig eine Reservierungszentrale geben, um den Adapto zu buchen. Dabei sollen Fahrten nach Möglichkeit auch zusammengelegt werden. Mobilitätsminister François Bausch (déi gréng) hatte im November „sinnvolle, regionale“ Sammelfahrten angekündigt. Ab dem 17. Februar können die ersten Fahrten (für nach dem 2. März) bei der „Mobilitéitszentral“ reserviert werden. Möglich sein soll die Bestellung auch über die App der Mobilitätszentrale. Über das angelegte Konto sollen Nutzer in Echtzeit nachvollziehen können, wo ihr Adapto-Bus steckt und wann mit seiner Ankunft zu rechnen ist.

Keine Änderungen wird es nach Angaben des Ministeriums bei der zeitlichen Verfügbarkeit des Adapto-Fahrdiensts geben. Das Transportangebot kann demnach freitags und samstags zwischen 07.00 und Mitternacht beansprucht werden. Von Sonntag bis Donnerstag und an Feiertagen fahren die Busse zwischen 07.00 und 22.00. Nach der Ankündigung der Regierung, dass man für Bus, Bahn und Tram künftig in Luxemburg keinen Fahrschein mehr braucht, war eine Diskussion über die Zukunft des Fahrdienstes Adapto entstanden. Der über private Unternehmen gewährleistete Transportdienst holt Personen, die sich nicht autonom fortbewegen können, auf Bestellung ab und bringt sie an ihren Zielort. Am 7. November wurde im Parlament eine Petition zum Thema diskutiert. Auch wenn die Regierung vor der Anhörung der Petition bestätigte, dass der Adapto-Dienst, auch weil die Barrierefreiheit im öffentlichen Transport noch verbesserungswürdig is, ebenfalls kostenlos genutzt werden kann, stellten sich für die Urheberin der Petition und ihre Mitstreiter dennoch viele Fragen. Sie plädierten auch für Verbesserungen des Adapto-Dienstes, beispielsweise in Sachen Pünktlichkeit. Im Anschluss an diese Anhörung wurde festgehalten, dass Minister Bausch im Februar, möglicherweise bereits kommende Woche, noch einmal in die Kommission gehen soll, um den Abgeordneten über den letzten Stand der Reform Auskunft zu gehen. Bei dieser Gelegenheit sollten die Deputierten auch prüfen, ob den Bedenken des Kollektivs, das hinter der Petition entstanden ist, Rechnung getragen wird. Auch soll unseren Informationen zufolge nächste Woche eine Informationsversammlung bei Info-Handicap stattfinden.