LUXEMBURG
MADY LUTGEN

Graffiti sind die Jugendsendungen vom Radio ARA -Die Sozialpädagogin Manon Bissen erzählt im Journal-Interview mehr übers „Radiomachen“

Mit Graffiti ist hier nicht die Sprayer Kunst auf Wänden gemeint, sondern die Jugendsendungen auf Radio ARA. Die Gründer des freien Radio ARA sahen es als absolut notwendig an, einen Freiraum für Jugendliche zu schaffen und somit Graffiti asbl, eine Vereinigung ohne Gewinnzweck, die Jugendlichen eine Plattform bietet, um eigen produzierte Sendungen mit ihrem Musikstil, Reportagen, Interviews und vieles mehr, über Antenne auszustrahlen. Graffiti sendet von montags bis freitags von 14.00 bis 17.00, auf den Frequenzen von Radio ARA, 103,4 und 105,2 MHz.

Wer kann mitmachen?

Manon Bissen Durch eine Konvention mit dem Familienministerium hat Graffiti das Statut eines Jugendhauses und öffnet sich für Jugendliche im Alter von 12-26 Jahren. Sprachliche und kulturelle Unterschiede sind willkommen, da es die Diversität und Einzigartigkeit des gesamten Radio ARA ausmacht.

Hat jeder Talent zum Radiomachen?

Bissen Bei Graffiti kann jeder mitmachen, da es in erster Hinsicht nicht um eine professionelle Ausbildung geht, sondern den Jugendlichen die Möglichkeit geboten wird, sich auszudrücken. Es gibt natürlich Jugendliche, die eine bessere Rhetorik haben als andere und weniger an ihrer Ausdrucksfähigkeit und Sprachkompetenz arbeiten müssen. Doch das ist bei Graffiti auch die Chance und einige haben hier so gut „geübt“, dass sie ihren beruflichen Weg in diese Richtung gewählt haben.

Wie sieht so eine Sendung bei euch aus?

Bissen Ganz unterschiedlich! Zurzeit haben wir knapp 20 verschiedene Sendungen, wobei die meisten natürlich Musiksendungen sind. Jugendliche haben das Bedürfnis, sich mitzuteilen und ihre Musikkultur zu präsentieren, die nicht auf anderen, kommerziellen Radios gespielt wird. Es gibt auch immer wieder Sendungen zu unterschiedlichen Themen z.B. im Bereich Politik, Umwelt, dritte Welt usw.

Was ist das Schwierigste am Radiomachen?

Bissen Na ja, ich würde sagen, der Mut, es einfach zu tun. (lacht)

Wer hört Graffiti?

Bissen Die Zuhörer sind so unterschiedlich wie die Sendungen selbst! Genaue Zahlen gibt es nicht, aber bei den einzelnen Sendungen bekommt man Feedback über die Beliebtheit zum Beispiel über Anzahl der Zuhörer im Live Stream, SMS oder Telefonanrufe während der Live Sendung, „Likes“ auf Facebook oder Runterladen der Sendung als Podcast.

Wo empfängt man den Sender?

Bissen Graffiti ist über die Frequenzen von Radio ARA, 103,4 & 105,2 zu empfangen. Geplant sind weitere Antennen im Norden und Süden, um den Empfang zu verbessern. Leider sind das finanzielle Herausforderungen für ein freies Radio, das begrenzte Einnahmequellen hat. Prinzipiell kann man uns aber über Live Stream auf www.graffiti.lu oder www.ara.lu auf der ganzen Welt empfangen.

Wie oft kann man eine Sendung bei euch moderieren?

Bissen Das kommt ganz auf den/die Jugendlichen an. Es gibt die Möglichkeit, wöchentlich, im zwei Wochen Rhythmus oder monatlich eine Sendung zu machen. Es gibt auch Jugendliche, die keine eigene Sendung machen wollen, sondern eher ihre journalistische Leidenschaft ausleben wollen. Für jene gibt es die Möglichkeit, ihre Beiträge, Interviews oder Reportagen, je nach Thema, in andere Sendungen zu integrieren.

Helft ihr bei den Vorbereitungen?

Bissen Aber sicher, dafür sind wir doch da! Wir sind zwei Sozialpädagoginnen und unsere Aufgabenfelder beinhalten unterschiedliche Kompetenzen, doch mit die wichtigsten sind die Programmkoordination, die technische und radiojournalistische Einführung für Neueinsteiger, Betreuung und Begleitung (technische und thematische) der Mitarbeiter. Graffiti hat seinen medienpädagogischen Bildungsauftrag aber stetig erweitert und so bieten wir Jugendlichen nicht nur unser Programm, sondern auch Workshops und Projekte gemeinsam mit Schulen, Jugendhäusern und anderen Jugendinstitutionen an. Die Angebote sind dabei zeitlich und inhaltlich verschieden und werden nach Bedürfnis mit dem Auftraggeber erarbeitet.

Ist die Aufregung vor einer Sendung groß?

Bissen Bei einigen schon. Bevor Jugendliche aber Live auf Sendung gehen, machen sie erst mal ein bis zwei Testsendungen. Diese hören wir uns dann gemeinsam an und erarbeiten, was gut läuft und was sich verbessern lässt. Wie bereits erwähnt, wir bilden hier keine professionellen Radiomoderatoren aus, sondern geben Jugendlichen eine Stimme!

www.facebook.com/Graffiti.lu