BLACKWATER
JEFF KARIER

„Red Dead Redemption 2“ bietet eine packende Handlung und viel Abwechslung

Weite grüne Wiesen, tiefe verwinkelte Schluchten und schneebedeckte Gipfel: Nein, es geht hier nicht um eine Reisedestination für Naturliebhaber, sondern um „Red Dead Redemption 2“. Aber auch diese dürften beim neuen Spiel von Rockstar Games auf ihre Kosten kommen. Denn die Welt des Spiels ist auch gleich eines der Highlights, eine abwechslungsreiche Landschaft, die vor allem dank toller Lichteffekte immer wieder staunen lässt.

Das Western-Adventure wurde von Fans der „Red Dead“-Reihe - „Red Dead Revolver“ erschien 2004, „Red Dead Redemption“ 2010 - sehnlich erwartet.

Und wie es sich für ein Rockstar-Spiel gehört, waren die Erwartungen riesig und es entstand ein entsprechender Hype. Bemerkenswert ist dabei, dass Rockstar einen solchen Status erreicht hat, dass der Entwickler nicht auf Messen wie E3 und Gamescom angewiesen ist, um seine Titel zu präsentieren. Der Name Rockstar reicht, damit sich ein Spiel millionenfach verkauf. Laut Take-Two Interactive, dem Mutterunternehmen, wurden bislang 17 Millionen Kopien von „Red Dead Redemption 2“ ausgeliefert.

Konsequente Umsetzung

Wir wollen an dieser Stelle mit unserer Begeisterung für das Spiel nicht hinterm Berg halten. „Red Dead Redemption 2“ ist großartig und eine würdige Fortsetzung der Reihe, die in ihrer Umsetzung konsequent ist. Es gibt nur einige negative Kleinigkeiten, die oft auch eher Geschmackssache sind, als wirkliche Schnitzer.

Zu den Stärken gehört an erster Stelle die Atmosphäre. Die Welt ist stimmig und bietet viel zu entdecken. Sie ist aber auch nicht vollgestopft, soll sie doch auch das Gefühl von Freiheit und Weite bieten, die die Van Der Linde-Gang sucht, zu der wir, Arthur Morgan, gehören. Allerdings endet das Zeitalter des Wilden Westens und somit auch die Ära der Outlaws und Revolverhelden. Das gibt uns das Spiel auch immer wieder zu spüren und ist Teil der Handlung. Letztere ist großartig erzählt und vor allem inszeniert. Die Charakterzeichnungen sind durchweg gelungen, genauso die Synchronarbeit. Selbst die optionalen Nebenmissionen, die bei vielen Spielen oft wenig gelungen und monoton sind, bereiteten uns großes Vergnügen.

Typisch für ein Spiel mit einer offenen und großen Spielwelt, kamen wir immer wieder von unsrem eigentlichen Ziel ab, da wir etwa auf eine solche Nebenmission stießen. Oder aber wir beobachteten, wie eine Frau entführt wurde und nahmen die Verfolgung auf. Hin und wieder wurden wir von einer anderen Bande überfallen. Und Kopfgeldjäger nahmen unsere Spur auf. Diese Auflistung könnten wir noch einige Zeilen weiterführen, so viele Möglichkeiten bietet das Spiel Zeit in dieser Welt zu verbringen. Auch mit der Erkundung der Welt kann man ganze Abende verbringen. Entsprechend haben wir das Ende der Story von „Red Dead Redemption 2“ noch nicht erreicht.

Beitrag zur Atmosphäre

Zu den Dingen mit leicht fadem Beigeschmack zählen das „Craften“ und „Looten“, scheint es doch überraschenderweise vernachlässigbar zu sein. Solange man genug Munition und etwas Proviant dabei hat, ist alles im grünen Bereich. Das „Looten und Leveln“-Gefühl, auf das wir uns anfänglich gefreut hatten, bleibt aus. Auch das Jagen, Fischen und Sammeln von Pflanzen könnte man beim Spielen komplett links liegen lassen. Zwar machen diese Dinge Spaß und tragen sehr viel zur Atmosphäre bei, wer aber zum Beispiel Geld machen möchte, der sollte eher Missionen abschließen oder sich auf Schatzsuche begeben. Wobei man oft nicht genau weiß, was man mit dem Geld anfangen soll, außer dieses in das Camp, neue Waffen oder vielleicht ein neues Pferd zu investieren. Wir haben einen Großteil unserer Beute in unsere Outfits gesteckt. Schließlich kann man auch mit Stil Überfälle begehen und Gegnerwellen ausschalten.

Schade ist, dass es das Spiel bislang nur auf Konsole gibt. Denn die Grafik, die zwar schön, aber nicht das aktuell Beste ist, würde vermutlich von einer größeren Rechenleistung profitieren. Auch ist das Schießen mit einer Maus immer noch einfacher, als mit einem Gamepad, auch mit Zielhilfe. Aber vielleicht wird eine PC-Portierung in einigen Monaten folgen. Denn auch „GTA V“ gab es schlussendlich auch für den Computer.

Trotz den kleinen Kritikpunkten ist „Red Dead Redemption 2“ ohne Zweifel eines der besten Spiele des Jahres. Für sein Geld bekommt man hier weit über 60 Stunden Spielspaß auf hohem Niveau, zumindest wenn einem das Szenario auch zusagt. Aber auch wer „Red Dead Redemption 2“ bereits durchgespielt hat, kann noch viel erleben. Wie bereits „GTA V“ bekommt auch „Red Dead Redemption 2“ einige Wochen nach „Release“ einen Online-Modus spendiert. Dieser befindet sich seit gestern in der Beta, verspricht jedoch interessant zu werden. Je nachdem werden wir an dieser Stelle in einigen Wochen über „Red Dead Online“ berichten.


„Red Dead Redemption 2“ ist für PlayStation 4 und Xbox One. Für diesen Test stellte uns Rockstar Games eine Kopie zur Verfügung