LUXEMBURG
OLI SCHONS

Der Funpark bei Mertert lässt die Herzen (nicht nur) der BMX-Fahrer höher schlagen

Ist es fürs Schwimmbad zu kalt und fürs Kino zu warm, trifft man seit etwa drei Monaten unzählige Jugendliche im neuen Funpark zwischen Mertert und Wasserbillig an. Bis spät am Abend tummeln sich BMX- und Scooter-Fahrer, aber auch traditionelle Skateboarder in der riesigen, aus Beton gegossenen „Bowl“ - und üben Backflips, Spins und andere waghalsige Tricks, bei denen sie zum Teil drei Meter über die Plattform springen.

Hoch geflogen

Rund eine halbe Million Euro hat das gesamte Projekt gekostet. Geld, das die Gemeindeverantwortlichen in Mertert/Wasserbillig gerne investiert haben: „Die Jugend kann sich an diesem Platz entfalten und ungestört ihren Hobbys nachgehen. Der Funpark stellt eine Art Rückzugsort für junge Leute dar“, so Schöffe Jérôme Laurent.

Man will die Kids dadurch auch von der Straße weghaben und ihnen eine tolle Möglichkeit zur Gestaltung ihrer Freizeit bieten. So treffen sich hier Jungs und Mädels, machen Sport, haben Spaß. Zur offiziellen Eröffnung im Juli wurde, in Kooperation mit dem Surf´in-Skateshop, BMX-Weltmeister Viki Gomez aus Spanien für eine Demo seiner Künste eingeladen.

Einen Beitrag zum interkulturellem Austausch leistet die Anlage ganz nebenbei: Es kommen nämlich junge Leute aus der ganzen Großregion hier zusammen. Die Nummernschilder der parkenden Autos sind genauso international wie die Sprachen, in denen man sich im Funpark unterhält. Regelmäßig reisen BMXler aus Deutschland, Frankreich und Belgien an und nehmen teils über eine Stunde Autofahrt in Kauf, um hier ihren Sport auszuüben.

Einige französische Extremsportler trainierten an den ersten Tagen gar für die im Juli abgehaltene BMX-Europameisterschaft im dänischen Roskilde. „Es gibt in der ganzen Gegend einfach nichts Vergleichbares und überhaupt ist keine bessere Bowl zu finden“, erklärt einer der Jungs.

Oder doch am Boden?

Wem das BMX-Fahren oder Skateboarden in der Beton-Halbkugel zu gefährlich ist, dem stehen ein Basketballcourt und ein Fußballkäfig zur Verfügung. Auch hier finden sich fast tagtäglich genug junge Leute zusammen um ganze Turniere zu organisieren. Eine Gruppe Hobbyfußballer unterschiedlichen Alters trifft sich beispielsweise jeden Donnerstagabend um Wettkämpfe auszutragen. Wer Forrest Gump nacheifern will, kann sich an der Tischtennisplatte austoben und wer seine Fitness verbessern möchte, der hat dazu an einem Multifunktionsgerät die Gelegenheit.

An ausreichend Sitzecken wurde ebenfalls gedacht und so lässt sich das Treiben auch einfach mal entspannt, vielleicht bei einem Picknick, verfolgen.
Die Fahrt geht weiter
Bequem zu erreichen ist die Freizeitstätte auch per Bus und Bahn. Wer am Bahnhof Wasserbillig landet, geht oder fährt nur etwa 300 Meter moselaufwärts, um zum Funpark zu gelangen. Eine genaue Wegbeschreibung und weitere wichtige Infos sind auf der in Kürze startenden Internetseite (www.funpark.lu) zu finden. In der Gemeinde plant man schon weiter: Wenn Ministerium und Ämter mitziehen, könnte sich der ortsansässige Wakeboardverein über einen neuen Steg freuen. Dieser würde dann gleich unterhalb der Anlage, an dem 50 Meter weit entfernten Moselufer entstehen und weitere Funsportler anziehen.