LUXEMBURG
INGO ZWANK

Dem langsamen und unbemerkten Aussterben des Meco-Maskottchens vorgreifen

Rund eine Million Arten sind weltweit vom Aussterben bedroht. Das Artensterben betrifft auch Luxemburg. „In diesem Zusammenhang muss man auch unser Maskottchen nennen“, sagte gestern Mouvement écologique-Präsidentin Blanche Weber - und meinte natürlich den Igel. Von den 1.300 Tierarten, die im Großherzogtum vorzufinden waren, seien mittlerweile über 100 ausgestorben. Der Igel sei mittlerweile sehr bedroht... daher wurde die Aktion „Kéisécker“ ins Leben gerufen. „Igel gehören zu den Insektenfressern, haben aber ein sehr breites Nahrungsspektrum. Zu den Lieblingsspeisen der dämmerungs- und nachtaktiven Tiere gehören Käfer, Asseln, Würmer und Schnecken“, erklärt Roger Schauls vom Meco.

Zerschnittene Landschaft ein Hindernis

„Doch aufgrund unserer zerschnittenen Landschaft trifft er bei seinen Wanderungen immer öfters auf Straßen“, wie es von Schauls heißt. Denn wandern muss der Igel, da seine Nahrung extrem zurückgeht. Zur Vorbereitung auf den Winterschlaf nehmen die Tiere verstärkt kohlehydratreiche vegetarische Nahrung wie Samen, Nüsse, Beeren und Fallobst auf, was zu dem notwendigen Ansteigen des Blutzuckerspiegels führt.

Doch klassische Rückzugsgebiete für den Igel wie Hecken sind zurückgegangen, und die heutigen Heckenpflegemaschinen seien so schnell, dass der Igel ihnen nicht mehr entkommen kann. „Für uns sind somit nur noch Rückzugsgebiete die heimischen Gärten“, wie Schauls präzisierte. Wie es aber genau um den Igelbestand steht, das kann auch der Meco nicht sagen. „Doch wir wollen darauf aufmerksam machen, bevor es auf einmal heißt: Oh, wo ist der Igel denn?“, sagt Schauls. Denn der Igel sei ein Indikator für entsprechende Insektenpräsenz.

Was kann man nun tun? In erster Linie kann man sich einen Igel-freundlichen Garten anlegen, „Rückzugsflächen gestalten, also nicht den ganzen Garten mähen, sondern einen Bereich als Wildgarten stehen lassen.“ Ein solch Igel-freundlicher Garten darf gerne eine dichte, undurchdringliche Hecke haben. Dornen halten neugierige Haustiere vom Igel-Zuhause ab. Eine blütenreiche Hecke zieht Insekten an. Doch der Garten muss eben zugänglich sein, „dafür gibt es unsere Igel-Türchen. Hat der Igel den Durchgang einmal benutzt, merkt er sich die Lage und findet ihn immer wieder.“ Ein weiterer Tipp: „Bitte keine Rasenroboter einsetzen“, da diese auch in der Nacht mähen, wenn der Igel aktiv ist.

App iNaturalist

Wie kann man nun bei der Aktion mitmachen? Melden soll man seine Beobachtungen in Bezug auf den Igel. Das kann im heimischen Garten oder auch auf dem Spazierweg sein. Da sollte man ein Bild von dem Igel machen und es per App iNaturalist - eine App für die Artenerfassung - hochlanden, auf einer Karte wird dann unter anderem der Igelfund eingetragen; dies kann man auch über Internet www.inaturalist.org tun - es diene auch der Erfassung der Igelpopulation und einem gezielten Schutz. Daher soll diese Bestandsermittlung auch über mehrere Jahre laufen und nicht nur in diesem Jahr die Tiere erfassen. Zusätzlich wurde auch ein Flyer zu dieser Aktion verfasst.

Es gilt allerdings, so die Verantwortlichen vom Meco: Auf keinen Fall sollte man Igel anfassen, denn es handelt sich immer noch um ein wildes Tier.

Mehr unter www.tinyurl.com/Meco-Igel