STRAßBURG
DPA

Aktionäre dürfen in Europa bei der Festlegung von Managergehältern künftig mehr mitreden. Die EU-Abgeordneten billigten am Dienstag in Straßburg eine entsprechende Reform der Europäischen Aktionärsrechterichtlinie. Danach sollen Anleger mindestens alle vier Jahre ihr Votum über die Bezüge der Unternehmensspitze abgeben, bei wesentlichen Änderungen des Vergütungssystems müssen sie auf jeden Fall gefragt werden. Gehaltsexzesse sollen so verhindert werden. Die EU-Mitgliedstaaten dürfen allerdings selbst festlegen, ob die Entscheidung der Hauptversammlung bindend ist oder nur beratende Wirkung hat.

Nach den neuen Regeln sollen Unternehmen ihren Aktionären außerdem jedes Jahr Auskunft über die Bezüge einzelner Vorstandsmitglieder geben. Über die Berichte, die einfach und verständlich sein müssen, soll die Hauptversammlung beratend abstimmen.

In Deutschland folgen bereits alle Dax-Konzerne einer Empfehlung des Corporate Governance Kodex und weisen die Bezüge jedes Vorstands individuell aus. Weniger gut sieht es in den Börsenligen darunter aus. Im MDax schwiegen sich nach der hkp-Auswertung zuletzt acht der 50 mittelgroßen Unternehmen darüber aus, wie viel jeder einzelne Vorstand verdient. Im SDax waren es 19 Firmen und im TecDax ein Unternehmen.

Die EU-Reform soll im ersten Halbjahr 2017 in Kraft treten. Die Staaten haben dann 24 Monate Zeit, die Vorschriften umzusetzen.