PASCAL STEINWACHS

Glaubt man der „Tiroler Tageszeitung“, dann zeigte sich der scheidende EU-Kommissionschef Juncker am Samstag „gut gelaunt“, als er beim Stanglwirt den „Großen Tiroler Adler Orden“ verliehen bekam, was sich auch in seiner Dankesrede widerspiegelte: „Tirol schärft Blick und Verstand. Wer einmal durch das Kaisergebirge gewandert ist, der versteht sofort, wie Europa funktioniert. Es braucht Weitblick und zugleich langen Atem, um Schritt für Schritt voranzukommen. Mit dieser Kombination aus kühnen Gipfelträumen und solider Schaffenskraft prägt Tirol Europa“, so Juncker, der zuvor schon gegenüber selbiger Zeitung angekündigt hatte, auch als politischer Rentner noch rüstig bleiben zu wollen: „Ich arbeite jetzt seit sehr vielen Jahren 12, 14 oder 16 Stunden am Tag. Das wird ohne jeden Zweifel nach unten korrigiert. Ich werde mich aber nicht mehr politisch betätigen. Aber ich werde aktiv bleiben, schreiben, lange Spaziergänge machen.“ Nach seinem größten Erfolg als Kommissionschef befragt, antwortet er, „dass ich den Laden zusammengehalten habe“, derweil es niemanden gebe, „mit dem ich nicht gerne einen Kaffee trinken würde“. Eine ehrliche Aussage gibt es aber auch: „An Selbstvertrauen hat es mir nie gefehlt, und Bescheidenheit war nicht immer meine größte Zier“...