LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Kein Stillstand beim „Orchestre de Chambre du Luxembourg“ - Saison 20/21 steht

Auch das Programm des „Orchestre de Chambre du Luxembourg“ (OCL) wurde wegen der Corona-Krise durcheinandergewirbelt. Konzerte mussten abgesagt werden, gemeinsame Proben waren während Monaten nicht möglich. Während dieser gezwungenermaßen ruhigen Zeit war man aber keineswegs inaktiv, wie während der Programmvorstellung am Donnerstag unterstrichen wurde. Wichtige Neuigkeiten konnten mitgeteilt werden. So wurde etwa ein neuer Präsident an die Spitze des OCL gewählt, dies in Person von Georges Santer, der vorher bereits Mitglied des Verwaltungsrats und seit März 2019 Vize-Präsident war. Er tritt in die Fußstapfen von Guy Dockendorf, der sich nach neun Jahren aus dieser Funktion zurückziehen wollte.   

Neuer Direktor wird im Herbst vorgestellt

Der Rekrutierungsprozess für einen neuen künstlerischen und musikalischen  Leiter läuft auf Hochtouren. Seit rund zwei Jahren ist dieser Posten unbesetzt. Seither arbeitet das Orchester mit Gastdirigenten. Der Name des künftigen Direktors soll aber bald – im Herbst - enthüllt werden. Es gebe vielversprechende Kandidaten. Die Musiker würden eng in den Auswahlprozess eingebunden, hieß es weiter.
Nun, da das kulturelle Leben in Luxemburg langsam wieder in Fahrt kommt, hat auch das Kammerorchester die Planung von Konzerten mit einem gewissen Optimismus wieder aufgenommen und sein Programm für die nächste Spielzeit vorgestellt. Die Saison 2020/21 setzt sich aus Konzerten in der Philharmonie und Kollaborationen mit diversen anderen Kulturinstitutionen in Luxemburg zusammen.

Konzertreihe in der Philharmonie

In der Kontinuität der vergangenen Spielzeiten präsentiert das OCL einen Zyklus mit fünf Konzerten in der Philharmonie. Dem „Comité artistique“ war es wichtig, dem Publikum ein Programm zu bieten, das den ganzen Reichtum des Repertoires für Kammerorchester entdecken lässt. Mit diesen Konzerten huldigt das OCL dem musikalischen Europa von Haydn, Mozart und Beethoven. Diesem beliebten Repertoire für jedes Kammerorchester stehen Werke gegenüber, die stark von klassischer Ästhetik durchdrungen sind, wie etwa Mahlers 4. Sinfonie oder Prokofjews „Klassische Sinfonie“. Das Programm eines Konzerts rund um Ravel, Strawinsky und Piazzolla verdeutlicht derweil das Interesse einiger Komponisten am Tanz. Mit Spannung erwartet wird indes das Werk „Demain la montagne“ des Komponisten Olivier Dartevelle, das vom Kulturministerium in Auftrag gegeben wurde.
Talentierte Dirigenten und Solisten
Für diese Konzerte arbeitet das Orchester wiederum mit talentierten Dirigenten aus ganz Europa und darüber hinaus: dem französisch-schweizerischen Dirigenten Joseph Bastian, dem Franzosen Julien Leroy, dem Italiener Carlo Rizzari, der Deutschen Corinna Niemeyer und dem kanadischen Dirigenten Jean-Claude Picard. Was die Solisten betrifft, so freut sich das Orchester, den Geiger Tedi Papavrami, die Sopranistin Samantha Gaul, die Flötistin Hélène Boulègue, die Harfenistin Anaïs Gaudemard sowie den Bandoneonisten Daniel Gruselle begrüßen zu dürfen.
Zusammenarbeit mit jungen Musikern
In Kooperation mit anderen Konzertsälen, Konservatorien und Musikschulen verfolgt das OCL auch in der Saison 2020/21 das Ziel, Projekte gemeinsam mit Jugendlichen durchzuführen. In der Adventszeit 2020 wird im Ettelbrücker CAPE das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach mit dem „Ensemble Vocal du Luxembourg“ aufgeführt, dies in einer Bearbeitung für Kinder von Michael Gusenbauer. Die ersten drei Kantaten werden darüber hinaus in einem Konzert für das breite Publikum aufgeführt. Im Januar 2021 wird das OCL die Gelegenheit haben, zwei Projekte mit jungen Menschen durchzuführen, die noch am Anfang ihrer musikalischen Entwicklung stehen. Das „Concert des Lauréats - Prix Jeunes Talents Rotary“ bietet zwei jungen Talenten der regionalen Musikschule Düdelingen die Möglichkeit, als Solisten mit dem OCL aufzutreten, während die Musiker des Symphonieorchesters der Schule in den Genuss der Erfahrung kommen, Seite an Seite mit den OCL-Musikern zu spielen.
Während des Galakonzerts des Kompositionswettbewerbs „Artistes en Herbe“ 2020 im Cercle Cité wird das OCL eine breite Palette von Stücken für Solisten und Orchester aufführen. Auch hier werden Kinder ihr erstes Konzert als Solist in Begleitung eines Orchesters erleben können.
Für das traditionelle Konzert „Au seuil de l‘Avent“ erneuern das OCL und die „Maîtrise Sainte-Cécile“ der Kathedrale Notre-Dame de Luxembourg ihre Zusammenarbeit mit einem Programm, das der Musik Norddeutschlands gewidmet ist. Zu Beginn des Jahres 2021 werden das CELO und das Cercle Cité das Orchester zu einem Neujahrskonzert empfangen, dies in einer festlichen Atmosphäre, die von der großen Tradition der alljährlich in Wien stattfindenden Konzerte herrührt. Da 2021 ein Jubiläumsjahr für den Komponisten Astor Piazzolla ist, wird das OCL mit dem Quartett „NOMAD the GROUP“ im März im Trifolion Echternach ein Konzerttribut für diesen „Erneuerer des argentinischen Tangos“ bieten. Schließlich wird eine Zusammenarbeit mit dem Kinnkesbond entwickelt, die Tanz und Musik verbindet. Die Einzelheiten dieses Projekts werden im September 2020 bekannt gegeben.
Das detaillierte Programm finden Sie unter www.ocl.lu