LUEMBURG
LJ

177 Covid-19-Neuinfektionen in Luxemburg - Reproduktionszahl liegt inzwischen bei 1,42

Wie das Gesundheitsministerium gestern am Spätnachmittag mitteilte, konnten bei nur 4.181 durchgeführten Corona-Tests nicht weniger als 177 Neuinfektionen ausfindig gemacht werden. Damit setzte sich der alarmierende Anstieg der positiven Fälle auch gestern fort, nachdem am Tag zuvor bereits 147 Neuinfektionen festgestellt wurden, und an den beiden Tagen davor 124 beziehungsweise 110 Fälle. Die Schwelle von über 100 Neuinfektionen pro Tag war zuletzt Ende Juli überschritten worden, aber damals wurden auch noch die Grenzgänger berücksichtigt, was inzwischen nicht mehr der Fall ist. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 124; hospitalisiert sind 18 Personen, von denen eine auf der Intensivstation liegt. Die Reproduktionszahl liegt ihrerseits bei 1,42, was Anlass zur Sorge gibt.

Luxemburg demnächst wieder Risikogebiet?

Es dürfte dann auch nicht mehr lange dauern, bis das deutsche Robert-Koch-Institut Luxemburg wieder als Risikogebiet einstuft. Diese Einschätzung erfolgt, sobald ein Land innerhalb einer Woche die Zahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschreitet. Am nächsten Dienstag wird in der Abgeordnetenkammer ja über das angepasste Covid-19-Gesetz abgestimmt werden, das dann bis zum 31. Dezember gelten soll. Dieses sieht unter anderem vor, dass die Dauer der Quarantäne von 14 auf zehn Tage heruntergesetzt wird;  begründet werde dies mit Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und neuen Erkenntnissen der Wissenschaft. Die Quarantäne kann ebenfalls ab dem sechsten Tag aufgehoben werden, wenn ein entsprechender Corona-Test negativ ausgefallen ist. Ein zweiter Lockdown wird in Luxemburg zwar ausgeschlossen, wie die verantwortlichen Politiker immer wieder bemüht sind zu unterstreichen, aber auszuschließen ist ein solcher Lockdown natürlich nicht, sollte sich die Lage weiter verschlechtern und sollten auch wieder mehr Corona-Infizierte auf der Intensivstation behandelt werden müssen. So sind in Israel gestern die neuen Restriktionen zum zweiten Lockdown in Kraft getreten, und auch die britische Regierung schließt einen nationalen Lockdown wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage nicht länger aus.
Corona-Teststrategie der EU-Kommission: Ergebnis binnen 24 Stunden Die EU-Kommission legte ihrerseits gestern ihre Empfehlungen für eine gemeinsame Teststrategie vor. Corona-Tests sollten von der ersten Anfrage bis zum Ergebnis aus Sicht der EU-Kommission nicht länger als 24 Stunden dauern, damit Kontakte sinnvoll nachverfolgt werden können. Die Empfehlungen decken sich weitestgehend mit denen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Uneinig sind sich die Institutionen jedoch bei lokalen Ausbrüchen. Das ECDC schrieb in einem ebenfalls am gestrigen Freitag veröffentlichten Bericht, Länder sollten in diesen Fällen Massentests der gesamten Bevölkerung im betroffenen Gebiet in Erwägung ziehen. Die Kommission warnte, dies könnte deutlich kostspieliger sein, als strengere Gesundheitsregeln einzuführen. Das ECDC äußerte die Befürchtung, dass wegen der Corona-Pandemie nicht ausreichend Ressourcen für Grippetestungen zur Verfügung stehen könnten. Krankenhauspatienten mit Symptomen einer Atemwegserkrankung sowie Pflegepatienten sollten in der Grippesaison aber stets auf Covid-19 und Influenza getestet werden. Bei anderen Patienten sei zuerst ein Coronatest durchzuführen. Wie die Kommission fordert auch das Europaparlament ein geschlossenes europäisches Vorgehen. In einer am Donnerstag verabschiedeten Resolution hieß es,dass Corona-Testergebnisse gegenseitig in allen Mitgliedsstaaten anerkannt werden und ausreichende Kapazitäten für Tests geschaffen werden sollten. Darin wurde auch eine einheitliche Datenerhebung, gleiche Quarantänezeiten und vergleichbare Zahlen zum Infektionsgeschehen gefordert.
Mehr als 30 Millionen Corona-Infektionen weltweit Seit Beginn der Corona-Pandemie sind nach Angaben von US-Wissenschaftlern weltweit mehr als 30 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore vom Donnerstagabend (Ortszeit) hervor. Die Zahl der Toten liegt demnach bei mehr 943.000. Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, ein Land mit rund 330MillionenEinwohnern. In den USA gibt es Johns Hopkins zufolge bislang mehr als 6,6 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und mehr als 197.000 Todesfälle. An zweiter Stelle steht-gemessen an den Ansteckungen – Indien mit 5,1 Millionen Infektionen und mehr als 83.000 Toten. An dritter Stelle folgt Brasilien mit mehr als 4,4 Millionen Infektionen und gut 134.000 Todesfällen. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten allerdings in sechs Ländern höher als in den USA. An erster Stelle steht nach den Statistiken der Johns Hopkins Universität Peru mit knapp 97 Todesopfern pro100.000 Einwohner. Mit deutlichem Abstand folgen Bolivien, Spanien, Chile, Ecuador, Brasilien und die USA - dort starben gut 60 Menschen pro 100.000 Einwohner. Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation(WHO).
In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Experten gehen in jedem Fall von einer höheren Dunkelziffer aus.
Und auf den Philippinen, da wurde der Mitte März ausgerufene Corona-Notstand jetzt sogar bis September 2021 verlängert. Durch die Maßnahme soll die  Ausbreitung des Virus in dem südostasiatischen Land unter Kontrolle gebracht werden. Unter anderem ermöglicht der Notstand eine schnellere Bereitstellung von Geldern und Ressourcen während der Pandemie. Außerdem könnten die Behörden so die Preise für Grundnahrungsmittel sowie andere Waren überwachen und kontrollieren.