LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

LSAP-Spitzenpolitiker verlässt politische Bühne und wechselt in den Staatsrat

Bei Kaffee und Kuchen und voller Vorfreude auf seine neue Aufgabe als zukünftiges Mitglied des Staatsrats - sein neues Amt dürfte er im Laufe der nächsten Woche antreten - ließ LSAP-Urgestein Alex Bodry gestern während eineinhalb Stunden bei seiner Abschiedspressekonferenz als aktiver Politiker seine Politkarriere noch einmal Revue passieren. Dabei hatte der LSAP-Spitzenpolitiker, der insgesamt während 26 Jahren in der Abgeordnetenkammer saß (seit 2013 und bis zum 1. Januar dieses Jahres als LSAP-Fraktionschef) sowie zehn Jahre lang Minister (1989 bis 1999), zehn Jahre lang Bürgermeister von Düdelingen (2004 bis 2014) und zehn Jahre lang Parteipräsident war (ebenfalls von 2004 bis 2014), um nur die wichtigsten Ämter Bodrys zu nennen, so viel zu erzählen, dass man damit ein ganzes Buch füllen könnte, aber Memoiren wolle er keine schreiben, wie er gestern anmerkte.

Alex Bodry will in Zukunft schreiben

Schreiben wolle er aber auf jeden Fall, vielleicht eine Art Episodenbuch aus der Luxemburger Politik, gebe es doch noch so einige kleine Geheimnisse zu enthüllen, aber vielleicht auch ein Nachschlagewerk über die Luxemburger Institutionen, die er, wenn nächste Woche nun auch noch der Staatsrat hinzu komme, allesamt von innen kenne.

Wie Bodry gestern unterstrich, habe es in seiner langen Karriere aber auch Ämter gegeben, die er gerne gehabt hätte, jedoch nicht bekommen habe, und hier in erster Linie das Justizministerium, das sich immer in den Händen des langjährigen Koalitionspartners CSV befunden habe. Als ihm der frühere Außenminister und Parteikollege Jacques Poos allerdings in jungen Jahren den Posten eines Staatssekretärs im Außenministerium angeboten habe, habe er dankend abgelehnt, was Poos seinerzeit nicht verstanden habe. Was die Zukunft seiner Partei, und auch diejenige der anderen Parteien anbelangt, so geht Bodry davon aus, dass mittelfristig alle Parteien um die 15 Prozent liegen könnten und sich alle um die selben Wähler streiten würden, die ihr Wahlverhalten von Wahl zu Wahl ändern würden. Bindungen an eine Partei gebe es immer weniger, stattdessen würde sich der Wähler erst im letzten Moment entscheiden...