MONDORF-LES-BAINS
PATRICK WELTER

Mondorf: Das Velodrome kommt nicht alleine - Vier Anlagen unter einem Dach

Die Summe klingt gewaltig: 61 Millionen Euro für eine Sportanlage, aus der Gemeindekasse vorfinanziert… Es ist weniger schlimm als es sich im ersten Moment liest. In Bad Mondorf gibt es bis 2023 für die 61 Millionen Euro gleich eine Handvoll Sportanlagen. Zwei Sporthallen, ein Hallenschwimmbad und das seit Jahrzehnten herbeigesehnte „Velodrome“ für Bahnradsport. Wobei die derzeit noch geschätzte Bausumme von 61 Millionen Euro zu weiten Teilen aus verschiedenen Ministerien ordentlich bezuschusst wird. Allein für das „Velodrome“ gibt es einen staatlichen Zuschuss von 70 Prozent der Baukosten.

Gestern stellten Sportminister Romain Schneider und Bürgermeister Lex Delles gemeinsam die Gesamtkonzeption und das Bauprogramm für die Vierfachanlage vor. Die Detailplanung erfolgt im Zuge eines Architektenwettbewerbs, den die Gemeinde Mondorf ausgeschrieben hat.

Neben dem Lyzeum

Der Standort für die neuen Sportanlagen schließt sich an die vorhandenen Sportstätten an der Landstraße in Richtung Remich an, dort soll auch das für Mondorf geplante Lyzeum entstehen. Um einen zentralen Platz herum werden sich Lyzeum und Sporthallen - deren Bauplatz nordöstlich von der Saarautobahn begrenzt wird - gruppieren. Das Konzept lässt eine ganze Reihe von Synergien zu.

Bereits jetzt gibt es einen Masterplan für die Organisation des Verkehrsflusses und die Renaturierung eines vorbeilaufenden Baches.

Das detaillierte Bauprogramm des Sportkomplexes (ohne Lyzeum) sieht folgendes vor: Gemeinschaftlich genutzte Bereiche (Zufahrt, Parkplätze, Gaststätte, Läden etc.), gemischtes Schul- und Freizeitbad mit einem 25 Meter Becken, zwei kleineren Innenbecken und einem Außenbecken, eine allgemeine Sporthalle mit drei Spielfeldern, eine weitere Sporthalle im „Infield“ - ohne feste Wände - des „Velodrome“ mit vier Spielfeldern, das „Velodrome“ selbst (Radrennbahn plus Zuschauerränge), eine Kletterwand, Büros und Räume für den Radsportverband FSCL und eine Energiezentrale. Plus zahlreiche Nebenräume für Sportler, Werkstätten und Lager.

Klassische Holzbahn

Die Radrennbahn mit zwei überhöhten 180° Kurven wird ganz klassisch aus Holz errichtet und hat eine Länge von 250 und eine Breite von sieben Metern und wird den Vorschriften des internationalen Radsportverbandes UCI entsprechen. Das „Infield“ liegt etwas tiefer als die Bahn und hat eine maximale Länge von 90 und eine maximale Breite von 39 Metern. Die Tribünen bieten eintausend Sitzplätze.

Während die Radrennbahn von einem international renommierten Spezialanbieter, Schürmman Architekten Münster, konstruiert wird, hat die Gemeinde Mondorf einen Architektenwettbewerb für den ganzen Sportkomplex ausgeschrieben. In die Endauswahl sind am 23. April vier Büros oder Arbeitsgemeinschaften gekommen: FABECK Architectes en association avec Marc MIMRAM Architecture & Associés; METAFORM atelier d’architecture en association avec MECANOO architecten; M3 Architectes; - STEINMETZDEMEYER architectes urbanistes avec Faulkner Browns Architects. Bis September müssen die Teilnehmer ihre Entwürfe einreichen, die Entscheidung fällt dann am 21. September. Der entsprechende Bebauungsplan soll 2019 verabschiedet werden, im Folgejahr die Ausschreibung der Bauarbeiten erfolgen und die Anlage von 2020/2021 bis 2023 fertiggestellt werden.