LUXEMBURG
SVEN WOHL

„déi gréng“ kommen gestärkt aus der Regierung

Was „déi Gréng“ angeht, war relativ früh am Abend klar, dass sie als einer der Gewinner aus diesem Wahlkampf hervor gehen würden. Am emotionalsten begutachtet wurde jedoch der Erhalt des Sitzes im Norden. Durch den Tod Camille Giras hatten „déi gréng“ hier vieles zu beweisen. Doch Claude Turmes konnte hier mit seiner Mannschaft zumindest bei den Prozentpunkten Akzente setzen, auch wenn dafür kein weiterer Sitz heraussprang, sondern nur der Erhalt des bisherigen Sitzes. Mit Luftsprüngen sorgte der Spitzenkandidat aus dem Norden im hauptstädtischen Atelier für Hochstimmung und lauten Jubel. Doch es war nur ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte.

Zentrum und Süden mit starken Gewinnen

Denn jenseits der reinen prozentualen Zuwächse in den Bezirken Norden und Osten waren es die Hochrechnungen aus dem Süden und Zentrum, die für ohrenbetäubenden Jubel sorgten. Als im Zentrum klar war, dass ein Sitz an „déi gréng“ fallen würde war ein vorläufiger Höhepunkt erreicht.

Die nationalen Hochrechnungen lockten indes sogar François Bausch hervor, der zu Claude Turmes und Carole Dieschbourg stieß. Im Fernsehinterview schloss er dann auch eine Weiterführung der „Gambia“-Koalition nicht aus. Es war einer jener Aussagen, die in den Mengen der Partei immer wieder zu hören war. Tatsächlich freuten sich „déi gréng“ vor allem darüber, gestärkt aus der Regierung hervor zu gehen, was keine andere Regierungspartei von sich behaupten kann. Bei neun Sitzen haben sie sich dabei um 50 Prozent verbessert, wie bereits François Bausch betonte. Direkt gewählt wurden bei „déi gréng“ nicht nur Claude Turmes, Carole Dieschbourg und François Bausch. Im Zentrum wurden Sam Tanson, François Benoy, Charles Margue, Felix Braz, Roberto Traversini und Josée Lorsché.

Gelegentliche Anspannung

Viele lachende Gesichter also, auch dann, als die Nachrichten von dem Wahlausgang in Bayern eintrafen. Weitaus weniger glücklich zeigte man sich über den Gewinn des Sitzes der adr im Norden. Stille herrschte, sobald der Präsident der Piratenpartei, Sven Clement, auf der Leinwand auftauchte. Er war jedoch nicht der Pirat, der für die stärkste Reaktion sorgte. Diese Ehre ging an Daniel Frères, wo gelegentliche Buhrufe nicht ausblieben, als er kurz vor der Kamera von RTL auftauchte.

Für großes Amüsement sorgte jedoch nicht ein Kandidat von „déi gréng“ sondern Astrid Lulling (CSV) während eines Interviews mit RTL, wo sie die CSV als Gewinner bezeichnete und meinte, dass man arithmetisch „déi gréng“ nicht als Gewinner der Wahl darstellen könnte. Im Atelier war man sich an dem Abend einig, dass man dieser Einschätzung Lullings nicht zustimmen könnte. „An den Grünen kommt keiner vorbei“, sagte Christian Kmiotek, Parteipräsident von „déi gréng“, noch vor laufender Kamera. François Bausch unterstreicht, dass es undenkbar wäre, dass die CSV mitregiert, vor allem vor dem Hintergrund dessen, was sie in punkto Legitimierung im Jahr 2013 sagten.