LUXEMBURG
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Innenministerin Taina Bofferding nimmt Stellung zur CGDIS-Reform

Seit dem 1. Juli 2018 funktionieren Feuerwehr und Zivilschutz zusammengeführt unter dem „Corps grand-ducal d’incendie et de secours“ (CGDIS). In etlichen Fällen erwies sich die Zusammenlegung der Korps bereits als erfolgreich und äußerst sinnvoll, wie es gerne vonseiten der Politik heißt. „Leider muss man aber feststellen, dass viele Betroffenen nicht zufrieden sind mit gewissen Veränderungen“, führt Sven Clement von den Piraten in eine parlamentarische Anfrage an Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) ein. So schreibt Clement, dass manche Zentren tagsüber oft nicht einsatzfähig seien, da es ihnen an Personal fehle. Auch sei für viele eine undurchsichtige Strategie im Bereich der Einsatzverteilung zu erkennen, von einer klaren Entschädigungsklausel ganz zu schweigen. So hinterfragt Clement den aktuellen Einsatzstand der Rettungskräfte und auch den Stand derer, die - wohl aufgrund der Reform - ihre ehrenamtliche Tätigkeit eingestellt haben. Die Ministerin führt aus, dass gerade der Rückgang der Ehrenamtlichen mit ein Grund für die Reform war. Sie sei aber sehr froh, dass bisher alle Einsätze, die über die Einsatzzentrale CSU-112 abgewickelt wurden, auch erfolgreich abgeschlossen wurden.

Einbindung von Freiwilligen

Seit dem 1. Juli 2018 habe es nach Bofferding 37 Demissionen und 138 Neuanträge gegeben, von diesen 138 Neuanträgen seien rund 30 Personen bereits vorher in der Jugendfeuerwehr aktiv gewesen. Seit der Gründung des CGDIS hätten auch weitere Maßnahmen umgesetzt werden können, um die Einsatzbereitschaft zu garantieren.

Mit dem Gesetz vom 27. März 2018 sei eine Einführung von der „Garde casernée“ vorgesehen. Das Departement von den freiwilligen Feuerwehren sei darüber im Gange, eine Strategie zu entwickeln, um in den nächsten Jahren die Rekrutierung und danach die Einbindung von Freiwilligen zu verbessern. Des Weiteren werde eine neue Plattform für die Dienstplanung geschaffen, die es den Freiwilligen ermöglichen wird, sich über eine Webseite einsatzbereit melden zu können. Was die entsprechenden Entschädigungen anbelange, so sei eine entsprechende Anweisung am 15. Oktober 2018 über den CGDIS-Generaldirektor ausgegeben worden.

Was eine fragwürdige Verteilung der Einsätze anbelangt, so verweist Bofferding auf die nationale einheitliche Alarm- und Ausrückordnung AAO, wonach je nach gemeldeter Situation entsprechend gehandelt wird, wer und welche Einsatzfahrzeuge und -mittel notwendig sind. Über die Notrufabfrage wird der Anruf erfasst, das Abfrageprogramm läuft in sechs Sprachen und das Einsatzleitsystem generiert die standardisierte Alarmmeldung. So werden von der Leitstelle Aspekte wie Fremdanrufer Erwachsener, Selbstanrufer oder Fremdanrufer Kind erfasst, wie viele Personen betroffen sind, wie alt die Personen sind, wie der aktuelle Zustand der Person beziehungsweise der Personen ist, ob Atmung vorhanden ist, was am Ende ein Abfrageergebnis „DIAS Med. Notfall“ wie Brustschmerzen ACS-typisch Notarzteinsatz und das Alarmstichwort A1SF1R zur Folge hat. Dies wiederum bedeutet einen Notarzt (Samu gleich S), einen Rettungswagen (Ambulanz gleich A), ein First Responder (FR), die über besagte AAO informiert werden.

Verfügbarkeit sichergestellt

Bei einem Brandeinsatz oder einer technischen Intervention werde immer das lokale Einsatzzentrum als erstes informiert. Bei einem Großeinsatz werde immer das „Centre de gestion des opérations“ (CGO) aktiviert, dem die Koordinierung des Einsatzes obliegt. Wenn mehrere Zentren betroffen seien, so könne es durchaus vorkommen, dass dann bei weiteren Einsätzen Kräfte von weiter weg gerufen werden würden. Aber so könne sichergestellt werden, dass auch dann Einsatzkräfte zur Verfügung stehen würden.