LUXEMBURG
LJ

Die Europäische Mobilitätswoche läuft noch bis zum 22. September

Nicht nur der öffentliche Transport ist bis zum Ende der Europäischen Mobilitätswoch kostenlos: Es gibt auch eine ganze Menge Aktivitäten und Feste im ganzen Land rund um eine Problematik, die alle tagtäglich betrifft und mitunter zu heißen Diskussionen Anlass gibt. Die Mobilität ist in der Tat eine große Herausforderung für Luxemburg, eines der dynamischsten Länder in einer der bevölkerungsreichsten Regionen Europas.

Weil fast jeder zweite Arbeitnehmer in Luxemburg nicht im Land wohnt - 45 Prozent der Arbeitskräfte oder über 200.000 Menschen pendeln täglich ein - , muss das Land natürlich auch in grenzüberschreitenden Dimensionen denken.

Ein großer Teil der Arbeitswege wird immer noch mit dem Auto zurückgelegt. Aber es gibt mittlerweile eine Menge Alternativen im Transportangebot, die auch besser kombiniert werden sollen.

Appell an die Gemeinden

Die Wege werden dadurch oft nicht nur schneller, sondern auch billiger, zudem kann der ökologische Fußabdruck verringert werden. Um auf die Alternativen aufmerksam zu machen, gibt es unter anderem die Europäische Mobilitätswoche, an der sich das Großherzogtum seit 2005 beteiligt. Dabei werden besonders auch die Gemeinden aufgefordert, über ihre Mobilitätspolitik nachzudenken. Vorschläge sind also willkommen. Die Europäische Mobilitätswoche reicht übrigens weit über die EU hinaus: im vergangenen Jahr machten 2.792 Städte und Gemeinden aus 54 Ländern mit - darunter 33 aus Luxemburg - und wurden insgesamt 8.848 dauerhafte Maßnahmen zur Verkehrsverbesserung getroffen.

Wobei in Luxemburg in diesem Jahr die Fortbewegung zu Fuß im Mittelpunkt steht. Unter dem Slogan „Geh mit!“ wird für diese historisch erste Mobilität geworben, die wir oftmals wiederentdecken müssen.

Die Mobilitätswoche ist auch eine Gelegenheit für das zuständige Ministerium und die verschiedenen Akteure, Neuerungen in diesem Bereich vorzustellen. Vergangene Woche hat Minister François Bausch so die Umstrukturierung des „Régime Général des Transports Routiers“ vorgestellt, das die nationalen Busdienste zusammen fasst und rund 125.000 Passagiere täglich transportiert. Die Planung des neuen RGTR-Busnetzes soll Ende des laufenden Jahres finalisiert sein und Anfang kommenden Jahres der Öffentlichkeit präsentiert werden. Erste Änderungen werden bereits im Mai 2020 umgesetzt, bevor dann das gesamte neue RGTR-Netz im September 2021 in Dienst gestellt werden soll.

Internationale Konferenz am Freitag

Diese Reorganisation des RGTR trägt Minister Bausch zufolge, „der Entwicklung unseres Landes und den spezifischen Bedürfnissen die hieraus resultieren, Rechnung“. Auch die Erfordernisse des ländlichen Raums sollen verstärkt in Betracht gezogen werden, etwa durch die Einführung eines Rufbus-Dienstes, sagte der Minister.

Ein weiteres Highlight der Mobilitätswoche war gestern die Vorstellung der neuen Mobilitätsapp (s. S. 5). Der Freitag steht im Zeichen einer großen Konferenz im „European Convention Center“ mit internationalen Teilnehmern über verschiedene Mobilitätskombinationen, wobei der Fußgänger im Mittelpunkt steht.

Alle Details finden Sie hier: www.mobiliteitswoch.lu

Mobilität in Zahlen

5,2 Kilometer Tram
Die Tram nahm am 10. Dezember 2017 ihren Betrieb auf. Heute fährt sie 11 Stationen zwischen der Luxexpo und dem Sternenplatz an. Bis 2021 wird das Tramnetz, in das insgesamt 565 Millionen Euro investiert werden, 16 Kilometer erreicht haben. Dann fährt sie insgesamt 24 Stationen an. Weitere Ausdehnungen - auch nach Esch-Alzette - sind bereits geplant

165 Kilometer Autobahn
Die Länge der Nationalstraßen beträgt 839 Kilometer, jene der Landstraßen insgesamt 1.891. Hinzu kommen 5.900 Kilometer andere Straßen, die nicht vom Staat gemanagt werden

622 Kilometer Eisenbahn
Das ist die Gesamtlänge der Schienen, die in Luxemburg liegen - der Hauptbetrieb läuft allerdings auf lediglich 271 Kilometern. 1960 wurden noch 827 Kilometer Schienen genutzt. Die CFL beförderte 2018 fast 23,5 Millionen Passagiere

414.260 Autos
Der Fuhrpark in Luxemburg setzt sich derzeit wie folgt zusammen: 245.000 Diesel-Autos, 163.000 Benziner, 4.900 Plug-in Hybride, 1.360 E-Autos. Luxemburg ist Spitze bei der Zahl der Fahrzeuge pro Einwohner

285.000 Fahrräder
So viele Fahrräder waren laut Schätzungen 2017 in Luxemburg in Betrieb. In dem Jahr betrug die Länge des nationalen Fahrradwegenetzes 611 Kilometer. Es soll in den nächsten Jahren auf 900 Kilometer ausgebaut werden

2.042 Autobusse
Die Zahl der Busse steigt unentwegt. Allein die Busse des RTGR-Netzwerks haben 2017 56,2 Millionen Kilometer zurück gelegt. 2015 transportierten die Busse der Stadt Luxemburg fast 39,2 Millionen Passagiere

94.586 Starts und Landungen
So viele Flugbewegungen wurden 2018 in Luxemburg gezählt. Über vier Millionen Passagiere starteten oder landeten auf Findel. Dort wurden über 895.000 Tonnen Güter und Post ein- respektive ausgeflogen

11 Kilometer zum Lyzeum
Elf Kilometer, das ist die durchschnittliche Distanz, die ein Schüler zum Lyzeum zurück legt. Er braucht dafür mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 18 km/h 37 Minuten. Die Distanz zur nächsten Grundschule beträgt im Durchschnitt 3,5 Kilometer. Insgesamt werden 39 Prozent der Schulwege mit dem Auto und 38 Prozent mit dem öffentlichen Transport zurückgelegt

69 zu 31
Das ist momentan der so genannte „Modal Split“. 69 Prozent aller Wege werden mit dem Auto zurück gelegt, 17 Prozent mit dem öffentlichen Transport, 12 Prozent zu Fuss und zwei Prozent mit dem Fahrrad. Ziel ist bis 2025 sollen individuelle Autofahrten nur mehr 46 Prozent im „Modal Split“ ausmachen

13 Kilometer zur Arbeit
13 Kilometer beträgt die durchschnittliche Strecke zur Arbeit für einen Einwohner Luxemburgs. Er legt diese Strecke bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 22 km/h in 34 Minuten zurück. Ein Grenzgänger aus Frankreich absolviert im Durschnitt 34 Kilometer in 54 Minuten, einer aus Belgien 42 Kilometer in 51 Minuten und einer aus Deutschland 40 Kilometer in 49 Minuten