LUXEMBURG/TRIER/CHAMBERY
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Der erste Schnee sorgt in der Region für Unfälle und für Chaos in Frankreich

Was einerseits wunderschön ist, wie das Aufmacherbild unseres Mitarbeiters Pierre Matgen aus dem Ösling zeigt, brachte für ungeübte Autofahrer eine Reihe von Risiken mit sich - der Wintereinbruch. Was hierzulande und bei den Nachbarn in der Grenzregion zu Blechschäden und Behinderungen führte, wuchs sich in den französischen Alpen zu einem gewaltigen Verkehrschaos aus.

Streudienst im Graben

Die Polizei meldete aufgrund des Schneefalls ab Samstagmorgen eine ganze Reihe von Unfällen, die aber meist glimpflich abliefen.

Auf der Strecke zwischen Simmern und Bour prallte gegen 05.00 ein Wagen gegen einen Baum, der mitten auf der Straße lag. Es blieb beim Sachschaden.

Im Kreisverkehr in Zolwer kam eine Fahrerin gegen 04.45 aufgrund des Schneefalls ins Rutschen und prallte gegen die Leitplanken. Die Fahrerin erhielt eine gebührenpflichtige Verwarnung, da ihr Auto noch mit Sommerreifen ausgestattet war. Auf der Autobahn A3, Höhe Grenzübergang, kam es gegen 05.20 ebenfalls zu einem Verkehrsunfall zwischen zwei Fahrzeugen. Es blieb beim Materialschaden.

Auf der Strecke zwischen Rodenbourg und Eschweiler rutschte gegen 05.00 ein Wagen des Streudienstes in einer Kurve in einen Graben und stürzte um. Beide Insassen wurden leicht verletzt.

Schneebruch im ganzen Land

Häufig kam es zu Unfällen mit Bäumen die unter der Last des nassen Schnees zusammen brachen. Busse, Streudienste und Fahrzeuge hingen fest weil die Straßen aufgrund der Bäume und Äste blockiert waren: Zwischen Kopstal und Quatre Vents prallte gegen 06.30 eine Fahrerin gegen einen abgebrochenen Baumstamm. Ein Bus fuhr gegen 07.45 zwischen Scheidel und Welscheid ebenfalls gegen einen umgestürzten Baum. Der Fahrer wurde nicht verletzt.

Auf der Strecke zwischen Büderscheid und Wiltz fiel ein Baum auf ein fahrendes Auto. Der Fahrer wurde nicht verletzt, der Wagen musste abgeschleppt werden.

Auf der Strecke zwischen Lauterborn und Michelshof brach ein Baum aufgrund der Schneemassen ab und fiel vor ein Auto. Der Fahrer konnte nicht mehr ausweichen und fuhr ins Geäst. Auf der Strecke zwischen Consdorf und Christnach prallte gegen 07.35 eine Fahrerin gegen einen umgefallenen Baum. Der Streckenabschnitt zwischen Consdorf und Breidweiler-Pont musste kurzzeitig gesperrt werden. In Dommeldingen, Fahrtrichtung Richtung Waldhof, brach ein Baumstamm ab und stürzte auf einen Lieferwagen. Das Fahrzeug wurde leicht beschädigt, der Fahrer blieb unverletzt. Die Feuerwehr musste den Baum von der Straße entfernen. Zwischen Schoenfels und Kopstal prallte eine Fahrerin aufgrund der glatten Fahrbahn gegen 06.30 gegen einen auf der Straße liegenden Baum. Die Fahrerin wurde nicht verletzt.

Bei den Nachbarn

Der erste kräftige Schneefall in diesem Winter hat in weiten Teilen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland für ein Verkehrschaos gesorgt. Bei Unfällen seien mindestens fünf Menschen schwer verletzt worden, berichteten die Polizeistationen Auf den glatten Gehwegen stürzten mehrere Fußgänger. In mehreren kleinen Orten fiel der Strom aus.

Wegen des nassen Schnees stürzten vor allem in der Eifel zahlreiche Bäume auf Straßen. Eine Bundesstraße bei Bitburg sowie die Abfahrt Reinsfeld der Autobahn 1 waren wegen liegen gebliebener Autos und Lastwagen nicht mehr befahrbar. Bei Cochem saß ein voll besetzter Reisebus fest.

In Kyllburg hatte sich wegen umgestürzter Bäume ein Zug festgefahren. Die Feuerwehr musste den Zug freischneiden - dann konnte er mit rund 40 Passagieren in den Bahnhof rollen.

Auch im Saarland führten teils heftige Schneefälle zu Verkehrsbehinderungen. Lastwagen blieben liegen, es kam zu Unfällen. In Blieskastel-Bierbach stürzte ein Räumfahrzeug um, nachdem es an einer steilen Straße gegen eine Böschung gerutscht war. Dabei wurden die beiden Insassen des Fahrzeugs leicht verletzt. In anderen Teilen Deutschlands kam es zu schweren Unfällen. Auf der A5 nahe Bad Homburg (Taunus) wurde gestern ein Quadfahrer von einem Lastwagen überfahren und tödlich verletzt. Auf der verschneiten A8 bei Stuttgart standen am Samstag Verkehrsteilnehmer über 20 Kilometer im Stau. Nahe Freiburg rutschte ein Reisebus in die Leitplanken. Die 39 Reisegäste blieben unverletzt.

Schneechaos in Savoyen

In Frankreich haben etwa 15.000 Reisende wegen verschneiter Straßen die Nacht zu gestern in Notunterkünften verbracht. Der heftige Wintereinbruch traf am Wochenende vor allem Regionen im Osten des Landes.

In den Alpengebieten der Savoyen kamen nach Angaben der Präfektur etwa 15.000 Fahrzeuge nicht mehr vom Fleck. Betroffen waren viele Urlauber und Wochenendausflügler.

In zahlreichen Gemeinden wie Albertville, Chambéry, Moutiers oder Aix-les-Bains wurden Notunterkünfte eingerichtet. Unklar blieb zunächst, wie viele Reisende die eisige Nacht in ihren Fahrzeugen verbrachten.

Innenminister Bernard Cazeneuve hatte am Samstag zu größter Vorsicht aufgerufen und an Autofahrer appelliert, geplante Reisen in die Schneeregion zu verschieben.

Menschen, die bereits in die Alpen unterwegs waren, wurden aufgefordert, so früh wie möglich eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen.

Im Westen des Landes gab es heftige Stürme. Bei Böen im Ärmelkanal mit Geschwindigkeiten von bis zu 160km/ wurde der Fährverkehr nach Großbritannien vorübergehend eingestellt.