LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Filme aus Zentral- und Osteuropa im Mittelpunkt des 12. Festival CinEast

Bei der zwölften Ausgabe des Festivals CinEast, das vom 3. bis 20. Oktober stattfinden wird, stehen Filme aus Zentral- und Osteuropa im Mittelpunkt. Bei der Vorstellung erklärte Cinémathèque-Direktor Claude Bertemes erst einmal, dass die Zahl Zwölf in vielen Filmtiteln vorkommt, wie „The Twelve Monkeys“, „Die zwölf Geschworenen“ oder „The Dirty Dozen“, und meinte anschließend: „Das Festival hat nach zwölf Jahren eine beeindruckende Reife erhalten.“ Im Zeichen des 30. Jahrestags des Falls der Berliner Mauer trägt eine Fotoausstellung in der Abtei neimënster den Titel „Down With Walls!“. Allgemein bezieht sich diese Ausstellung auf sichtbare und vor allem unsichtbare Barrieren in unserer Gesellschaft. Das Festival ist wie gewohnt mit 65 Spiel- und Dokumentarfilmen sowie 50 Kurzfilmen hoffnungslos überfüllt. Zu den Filmvorführungen gesellen sich viele Events, die ums Kino drehen oder mit Musik und kulinarischen Genüssen aus den Ländern aus dem Osten Europas zu tun haben.

Litauen als Ehrengastland

Seit ein paar Jahren steht die Filmindustrie eines Landes aus dem Osten im Fokus. Dieses Jahr hat sich das Team um Radek Lipka, Hynek Dedecius und Anna Sowada Litauen ausgesucht. Fünf Filme werden projiziert und die Gruppe Baltic Balkan wird ein Konzert geben.

Die wichtigsten Filme dieses Jahr sind: der in Sundance ausgezeichnete Dokumentarfilm „Honeyland“ von Tamara Kotevska und Ljubo Stefanov, „Take Me Somewhere Nice“ von Ena Sendijarevic, „God Exists, Her Name is Petrunya“ von Teona Strugar Mitevska, „My Thoughts Are Silent“ von Antonio Lukich, der das Festival eröffnen wird, der Dokumentarfilm „Walking On Water“ von Andrey Paounov, „The Painted Bird“ von Václav Marhoul und „The Whistlers“ von Corneliu Porumboiu.

Die Jury, deren Präsident noch nicht genannt werden konnte, besteht aus der Luxemburger Schauspielerin Sophie Mousel, die man in der RTL-Serie „Capitani“ entdecken wird, dem luxemburgischen Regisseur Adolf El Assal, der Programmgestalterin der „Venice Days“ Renata Santoro und dem rumänischen Regisseur Marius Olteanu. Sieben Filme stehen für sie auf dem Menü, wovon die interessantesten „Corpus Christi“ von Jan Komasa, „Nova Lituania“ von Karolis Kaupinis und „Stitches“ von Miroslav Terzic sein dürften. Das Publikum kann auch seinen Lieblingsfilm wählen sowie eine Filmkritiker-Jury.

Luxemburg wird mit ein paar Koproduktionen vertreten sein. Der Animationsfilm „Fritzi - Eine Wendewundergeschichte“ von Ralf Kukula und Matthias Bruhn wurde von Doghouse Films mitfinanziert und „My Grandpa is an Alien“ von Dražen Žarkovic und Marina Andree Škop von Adolf El Assal mitproduziert. Dann stehen noch die beiden Kurzfilme „Ceux qui restent“ von Anne Schiltz und Charlotte Grégoire und „Is That, Like, Your Real Job?“ von Gintare Parulyte auf dem Programm.

Gäste und wichtige Events

Als Ehrengast erwartet man die polnische Schauspielerin Krystyna Janda, die in vielen Filmen von Andrzej Wajda mitspielte und die mit dem Film „Dolce Fine Giornata“ von Jacek Borcuch während des Festivals geehrt wird. Ein weiterer renommierter Gast wird der polnische Regisseur Wojciech „Smarzowski sein, der seinen neuen Film „Clergy“ vorstellen wird.

Beim Ciné-Concert in der Cinémathèque wird der russische Film „Happiness“ (1935) von Aleksandr Medvedkin vom rumänischen Duo „Karpov not Kasparov“ musikalisch begleitet. Dann stehen Diskussionsrunden nach verschiedenen Projektionen an, wie Konzerte im Melusina und kulinarische Events.

Die Filme laufen in den Kinos „Utopia“, „Kinepolis Kirchberg“, „Ciné Waasserhaus“, „Kursaal“, „Ciné Starlight“, im alten Kino in Vianden, in der Cinémathèque, der Escher Kufa, im neimënster, dem Mudam und neu in der Banannefabrik. In der Unmöglichkeit alles zu sehen, muss man wieder eine Wahl treffen, was nicht so einfach sein wird.

Alle weiteren Informationen findet man auf der Internetseite des Festivals www.cineast.lu