LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Im Kino: „Die Hochzeit“ als Fortsetzung zu „Klassentreffen 1.0“

Til Schweiger konnte 2018 mit dem Remake „Klassentreffen 1.0“ des dänischen Films „Klassefesten“ von Niels Nørløv einen beachtlichen kommerziellen Erfolg an den deutschen Kinokassen feiern.

Schnell stand fest, dass eine Fortsetzung her muss. Eigentlich sollte dieser zweite Teil „Klassentreffen 2.0“ heißen, aber der Film kommt nun unter dem Titel „Die Hochzeit“ ins Kino.

Dieselben Freunde, dieselben Probleme

Sänger und Komponist Thommy (Til Schweiger) hat beschlossen ein neues Leben zu beginnen, obschon sein neues Album ein Flop ist. Die Hochzeit mit seiner neuen Freundin Linda (Stefanie Stappenbeck) ist beschlossene Sache. Nils (Samuel Finzi) scheint eine glückliche Ehe mit Jette (Katharina Schüttler) zu führen. Andy (Milan Peschel) hat die Trennung von seiner Frau Tanja (Jeanette Hain) noch immer nicht verkraftet. Beim Bowling treffen die drei Freunde Torben (Thomas Heinze) wieder, einen gemeinsamen Jugendfreund. Andy verplappert sich und erzählt von einem Seitensprung von Jette mit Thorben. Nils ist angepisst und will Thorben an die Gurgel. Dieser sitzt jedoch auf der Toilette, und ehe sie aneinandergeraten, erleidet Thorben einen plötzlichen Herztod. Die Stimmung in Nils Haushalt sinkt auf null.

Die drei Freunde entscheiden sich wegen der alten Freundschaft zum Begräbnis zu fahren, obschon am darauffolgenden Tag Thommys Hochzeit sein wird. Lilli (Lilli Schweiger), Lindas Tochter, fährt die drei. Erst irren sie sich im Begräbnis, dann schlägt Thommy der Pfarrerin die Tür auf die Nase, so dass die Trauerfeier auf den nächsten Tag verschoben werden muss. Sollte alles klappen bleibt Thommy nur wenig Zeit, nach Berlin zurückzufahren, um zeitig zu seiner Hochzeit zu gelangen. So verbringen sie notgedrungen eine Nacht im Haus von Thorbens Familie.

Etliche gute Gags

Der neue Schweiger ist besser als „Klassentreffen 1.0“, wo der Humor oft krass war und demnach nicht zum Lachen anspornte. In „Die Hochzeit“ gibt es eine Menge guter Gags, aber leider auch dieser Sexualhumor, der nicht unbedingt sein müsste, oder man hätte diese Szenen wenigstens dezenter drehen müssen. So trifft Andy in Thorbens Haus eine alte Bekannte wieder, Sylvie (Brigitte Zeh). Da beide seit Jahren keinen Sex mehr hatten, kommt es, wie es kommen muss. Nur hat Andy zu viel Viagra geschluckt, und Sylvie bekommt einen Krampf. Wäre diese Szene nur angedeutet, könnte man noch lachen, aber so wirkt sie peinlich. Zum Schluss gibt es noch eine Torten- und Kuchenschlacht, wie in alten Slapstick-Zeiten. Es gibt aber auch ein paar gediegenere Momente, wie die Beziehung von Lilli zu ihrer besten Freundin Sarah (Bianca Nawrath) oder das Einsehen von Nils, dass er falsch gehandelt hat. Glücklicherweise dauern die peinlichen Szenen nur kurz, so dass man sich diese Hochzeit ansehen kann.